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Betrugsmasche in Bayern Miri-Clan soll von Rentnerin über 30.000 Euro erbeutet haben

Eine Seniorin hält ein Telefon ans Ohr
Der Miri-Clan soll eine Rentnerin aus Bayern um ihr gesamtes Geld betrogen haben (Symbolfoto)
© Karl-Josef Hildenbrand / DPA
Der Miri-Clan hat wieder zugeschlagen: Opfer ist diesmal eine 89-jährige Frau aus Bayern. Ein Bandenmitglied soll ihre Unsicherheit ausgenutzt und die Rentnerin um über 30.000 Euro gebracht haben.

Der libanesisch-stämmige Miri-Clan ist bekannt für schwere Straftaten in Deutschland. Sie reichen von bandenmäßigen Drogen- und Waffenhandel über illegale Prostitution bis hin zu organsierten Betrugsmaschen. Das hat Eva M. (Name geändert) aus Weiden in Bayern nun selbst erleben müssen, wie die "Bild"-Zeitung berichtet.

Als ihr Telefon im September 2020 klingelte, ahnte die 89-jährige Rentnerin nichts Böses. Eine Person am anderen Ende der Leitung gab sich allerdings als Staatsanwalt aus und sagte: "Sie hätten zwei Männer gefasst, die bei mir einbrechen wollten", erinnert sich Eva M. im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung. Sie werde beobachtet, sei in Gefahr, habe es am Telefon weiter geheißen.

Daraufhin habe der Anrufer von Eva M. gefordert, dass sie ihr gesamtes Geldvermögen von ihrem Bankkonto abholen soll. Schließlich fuhr die 89-Jährige zur Bank und hob ihr Erspartes in Höhe von 32.000 Euro ab. "An einer roten Ampel stand plötzlich jemand neben mir, der sich als Vermittler vorstellte. Ich war im Auto, öffnete das Fenster, gab ihm das Geld", schildert sie weiter. Der Mann habe einwandfrei Deutsch gesprochen, sei höflich und zuvorkommend gewesen. Wenig später war ihr Geld weg.

Miri-Clanchef wegen Gefährdung aus Deutschland abgeschoben

Bei dem Täter soll es sich um Heisem Miri gehandelt haben, die rechte Hand des Clan-Chefs Ibrahim Miri. Dieser ist mehrfach vorbestraft und wurde 2019 aus Bremen in den Libanon abgeschoben, nachdem er den Behörden zufolge 33 Jahre ausreisepflichtig gewesen war – sie halten eine von ihm ausgehende Gefährdung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Deutschland für wahrscheinlich.

Wie groß der Frust und zugleich die Wut von Eva M. ist, zeigen ihre Worte: "Ich wünsche mir, dass der lebenslang weggesperrt wird", sagt sie über den Mann, der ihr gesamtes Erspartes erbeutete. Das dürfte so schnell aber wohl nicht passieren. Denn einige Bandenmitglieder steuern den Telefon-Betrug aus der Türkei und sind dort bislang sicher vor der deutschen Justiz. Die Rentnerin hat aber aus dem Vorfall gelernt: "Ich bin jetzt klüger. Beim letzten Betrüger, der anrief, habe ich gleich aufgelegt."

Miri-Komplize wegen Bandenbetrugs angeklagt

Ein wenig hoffen auf eine Strafe für den Miri-Clan kann die Rentnerin nun doch: Der Miri-Komplize Zafer Ibrahim K. ist derzeit vor dem Landgericht Weiden in der Oberpfalz wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs angeklagt. Eva M. sagt bei dem Prozess gegen ihn aus.

Quellen: Bild, Mit Material von DPA

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