Bonn Keine Burkas in der Schule

Zwei Bonner Schülerinnen waren mit Burkas zum Unterricht gegangen - und hatten damit eine heftige bundesweite Debatte ausgelöst. Nun haben sich die Schülerinnen in Sachen Burka entschieden: Jede auf ihre Weise.

Die beiden Bonner Schülerinnen, die mit Burkas zum Unterricht gekommen waren, haben sich entschieden. Eine von ihnen wird die Burka ablegen und wieder eine öffentliche Schule besuchen. Die zweite Schülerin will sich vom Unterricht befreien lassen und hat sich zum Jahresende von der Schule abgemeldet. Das teilte die Bezirksregierung Köln am Dienstag mit. Nachdem die beiden jungen Frauen nach Ostern zum ersten Mal verschleiert aufgetreten waren, wurden sie für zwei Wochen vom Unterricht ausgeschlossen.

Die Aktion hatte eine lebhafte Debatte über Zuwanderung und Schulkleidung ausgelöst. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte am Wochenende dafür plädiert, Schuluniformen einzuführen.

Taliban hatten Burka zur Pflicht gemacht

Wie der Bonner Schulleiter Ulrich Stahnke berichtete, lagen keine Hinweise vor, dass die beiden Schülerinnen von Dritten dazu gezwungen worden wären, sich zu verschleichern. Laut Stahnke hat sich inzwischen herausgestellt, dass die beiden Schülerinnen keine echte Burka, sondern eine Niqâb trugen. Wie die Burka verhüllt auch diese den Körper einschließlich der Arme und Hände völlig. Anstelle eines Gitterschleiers gibt es im Augenbereich aber lediglich einen Schlitz im Stoff. Die traditionelle Burka ist vor allem in Afghanistan verbreitet. Die inzwischen von der Macht vertriebenen Taliban hatten Frauen dazu verpflichtet, Burkas zu tragen.

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