VG-Wort Pixel

Indonesien Große Solaranlage auf Borneo: Mit sauberem Strom Orang-Utans retten

Eine Orang-Utan-Mutter mit ihrem Baby
Eine Orang-Utan-Mutter mit ihrem Baby in der Rettungsstation Samboja Lestari. Auf Borneo wird ein großes Projekt zur Rettung von Orang-Utans ab sofort mit Solarenergie betrieben.
© Björn Vaughn/BOSF/BOS Schweiz / DPA
Orang-Utans sind vom Aussterben bedroht. Nun soll eine große Solaranlage auf Borneo die Menschenaffen retten. Die Hoffnung in die Solaranlage ist groß. 

Die vor wenigen Tagen eingeweihte Solaranlage in Kalimantan, dem indonesischen Teil der riesigen Insel Borneo, versorge die komplette Infrastruktur der Rettungsstation Samboja Lestari mit sauberem Strom, teilte BOS Schweiz (Borneo Orangutan Survival) mit. Dazu gehörten mehrere Tierkliniken, eine Eco-Lodge und ein Futterlager. Die Organisation befinde sich damit auf dem besten Weg, das eigene Klimaziel zu erreichen und in nächster Zukunft komplett klimaneutral zu sein.

"Dank der Solaranlage sparen wir pro Jahr knapp 100.000 Franken (97.000 Euro) an Dieselkosten – Geld, das dringend für Hunderte Orang-Utans und Malaienbären benötigt wird", sagte Geschäftsführerin Sophia Benz der Deutschen Presse-Agentur. Hinzu komme der enorme Klimaeffekt der Anlage: Jährlich könne nun auf 100.000 Liter Diesel verzichtet werden.

Borneo: Neue Hauptstadt Indonesiens soll sehr nachhaltig sein

Ganz in der Nähe der Station, in der 120 gerettete Orang-Utans sowie 70 Malaienbären leben, soll in den nächsten Jahren die neue Hauptstadt Indonesiens entstehen. Die Millionenmetropole Nusantara soll von Beginn an sehr nachhaltig sein. Die Solaranlage sei deshalb ein Vorzeigeprojekt in der Region. "Unsere Vision ist eine Welt, in der Orang-Utans nicht mehr vom Aussterben bedroht sind", betonte Benz. "Das erreichen wir nur, wenn wir auch ihren Lebensraum schützen und ganzheitlich denken."

Orang-Utans, die nur noch in den Dschungeln von Borneo und Sumatra leben, sind vor allem wegen der massiven Abholzung der Regenwälder für Palmölplantagen und Kohleminen sowie durch den illegalen Wildtierhandel bedroht. Die größten Baumbewohner der Welt werden gejagt, getötet oder illegal als Haustiere gehalten. Auf der Roten Liste der IUCN werden die rothaarigen Menschenaffen als "vom Aussterben bedroht" eingestuft. BOS versucht, gerettete Orang-Utans auf eine spätere Auswilderung in Schutzgebieten vorzubereiten.

nk DPA

Mehr zum Thema