Ostukraine Auf das Morden folgt die Kälte: Sechs Monate war Isjum besetzt. Nun ist die Stadt frei. Aber der Überlebenskampf geht weiter

Tetjana Gruschko in einem zerstörten Haus in ihrem Heimatdorf bei Isjum
Eine Ruine, die ein Zuhause war: Tetjana Gruschko in einem zerstörten Haus in ihrem Heimatdorf Kamjanka bei Isjum
© Gaelle Girbes/stern
Zerbombte Häuser, kaum Wasser, keine Heizung: Die Stadt Isjum in der Ostukraine ist vom Krieg verwüstet. Die Menschen versuchen den Winter zu überleben.

Das Haus hat den Krieg bislang gut überstanden, und das bedeutet in Isjum: Es steht. Neun Etagen, vier Außenmauern, in den Fenstern noch Glas. Auf den zweiten Blick fällt ein dunkler Fleck auf, der sich oben über die Seite zieht, als hätten sich die Steine vollgesogen wie ein Schwamm. Das Dach leckt.

Aber auch das ist nicht selbstverständlich: Es gibt ein Dach.

Isjum, eine Kleinstadt unweit von Charkiw in der Ostukraine, ist ein Ort voller Ruinen, Einschusslöcher, zerschmetterter Dächer, eingefallener Fassaden. In den Hochhäusern am anderen Ende der Stadt wohnt niemand mehr.

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