Nevada Dammbruch in der Wüstenstadt

Heftige Schnee- und Regenfällen haben in Kalifornien mehrere Menschenleben gefordert und Wohngebiete unter Wasser gesetzt. Ein Dammbruch bei Reno im Nachbarstaat Nevada schlug über 3000 Bewohner in die Flucht.

Nach einem Dammbruch ist eine meterhohe eisige Wasserwand über eine Kleinstadt in der Wüste von Nevada eingebrochen. Mehr als 300 Häuser von Fernley wurden überflutet, nachdem am Samstagmorgen der Damm eines Kanals auf einer Länge von 45 Metern eingebrochen war. 3500 der rund 20.000 Bewohner wurden in Sicherheit gebracht. Ursache des Dammbruchs waren nach Angaben der Behörden tagelange Regenfälle.

"Das Wasser stieg sehr schnell, es war sehr furchterregend", sagte der Bewohner Eric Cornett. Einige Hausbesitzer flüchteten sich auf das Dach, wo sie mit Hubschraubern gerettet wurden. Am Samstagabend entspannte sich die Lage, nachdem der in den Kanal fließende Fluss Truckee in seinem Oberlauf umgeleitet worden war. Bürgermeister Todd Cutler berichtete von 300 bis 400 beschädigten Häusern. Ein Behördenvertreter sagte, möglicherweise hätte Nagetiere zu dem Dammbruch beigetragen.

Einige Menschen wurden mit Hubschraubern und Booten in Sicherheit gebracht, berichtete der Sender CNN. Nach Behördenangaben stand das Wasser in den Häusern bis zu einem Meter hoch. Zuvor waren die Ausläufer des schweren Wintersturms in Kalifornien über die Region hinweg gezogen.

Mehr als 300 Häuser überflutet

Weiter westlich wurde Nordkalifornien zum dritten Mal in nur drei Tagen von einem Schneesturm heimgesucht. In den Bergen fielen mehr als zwei Meter Schnee. Windböen mit einer Geschwindigkeit bis 265 Kilometern in der Stunde führten zu tiefen Schneeverwehungen. In der Sierra Nevada bestand akute Lawinengefahr. Bei wetterbedingten Unfällen kamen drei Menschen ums Leben.

Eine 25-jährige Autofahrerin in Südkalifornien wurde in ihrem Fahrzeug von Wassermassen in den Tod gerissen. Ihr Begleiter, der sich mehrere Stunden an einen Baum klammerte, konnte nach einem Bericht der "Los Angeles Times" gerettet werden. Ein Arbeiter in Nordkalifornien wurde bei Aufräumarbeiten von herabstürzenden Ästen erschlagen. Mindestens drei tödliche Verkehrsunfälle werden auf die ungewöhnlich heftigen Stürme zurückgeführt.

Schwarzenegger rief Notstand in einigen Bezirken aus

Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger rief in einigen Bezirken des Westküstenstaates den Notstand aus. Damit machte er Gelder für rasche Hilfsaktionen frei. Von dem seit Freitag tobenden Unwetter gehe eine "extreme Gefahr" aus, sagte Schwarzenegger.

Hunderttausende Menschen waren am Sonntag ohne Strom, nachdem orkanartige Windböen bereits am Freitag Strommasten umgeworfen hatten. Meterhohe Schneewehen brachten den Verkehr in der Sierra Nevada stellenweise zum Erliegen. Highway 80, eine wichtige Verkehrsader zwischen Sacramento und Reno, wurde bei dichtem Schneetreiben auf einer Länge von 150 Kilometern geschlossen.

Halbe Million Haushalte ohne Strom

In Nord- und Mittelkalifornien waren nach den vorangegangenen Stürmen mehr als 450.000 Haushalte ohne Strom. In Südkalifornien warnten die Behörden vor Erdrutschen, weil dort nach den verheerenden Buschbränden vom Herbst Erosionsgefahr besteht. Im Bezirk Orange County wurden schätzungsweise 3.000 Einwohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. In Malibu, Santa Barbara und Ventura wurde vor Springfluten gewarnt. Gouverneur Arnold Schwarzenegger rief in drei Bezirken den Notstand aus.

AP/DPA AP DPA

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