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Hochwasser in Deutschland Vier Feuerwehrleute bei Hochwassereinsätzen in NRW gestorben

Feuerwehr
Ein Feuerwehrfahrzeug im Einsatz im Kreis Heinsberg
© Thomas Banneyer/ / Picture Alliance
Die News von heute im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

Die News zum Hochwasser in Deutschland im stern-Ticker: 

19.02 Uhr: Großteil der von der Flut betroffenen Häuser in Trier leergepumpt

In dem vom Hochwasser massiv betroffenen Trierer Stadtteil Ehrang sind die Aufräumarbeiten ein gutes Stück vorangekommen. "Den Feuerwehren und dem THW gelang es, rund 650 von 700 betroffenen Häuser leer zu pumpen", teilte die Stadt am Samstagabend mit. Derzeit werde davon ausgegangen, dass keines der Häuser einsturzgefährdet sei, diese Einschätzung könne sich aber noch ändern.

In Trier-Ehrang war am Donnerstag die Kyll über die Ufer getreten und hatte große Teile des Stadtteils überschwemmt. Etwa 1000 Einwohner waren nach Angaben der Stadt Trier in Sicherheit gebracht worden. Zudem mussten ein Altenheim und ein Krankenhaus evakuiert werden. Am Samstag konnten die ersten Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

18.24: Mit Schlauchboot und Schwimminsel auf der Ruhr gekentert

Die Polizei im Hochsauerland prüft ein Ermittlungsverfahren gegen vier Männer, die am Samstag mit Schlauchbooten und Schwimminseln auf der Hochwasser führenden Ruhr gekentert sind. Die Männer im Alter von 23 bis 28 Jahren hätten sich an Bäumen festhalten und mit eigener Kraft ans Ufer retten können, berichtete die von einem Zeugen alarmierte Polizei. "Für solche Aktionen haben wir keinerlei Verständnis", hieß es in ihrer Mitteilung.

17:36 Uhr: Kanzlerin Merkel kommt in Hochwassergebiete nach Rheinland-Pfalz

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Sonntag (14.30 Uhr) die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz besuchen. Merkel werde sich in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Unwetterkatastrophe getroffen wurde, ein Bild von der Lage machen. Im Anschluss ist ein Pressestatement in Adenau geplant - gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und weiteren rheinland-pfälzischen Ministern.

Während sich das verheerende Hochwasser aus vielen Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz langsam zurückzieht, wird in den Trümmern weiterhin nach Todesopfern und Verletzten gesucht. Bis zum Samstagnachmittag stieg die Zahl der Toten auf mehr als 140. Allein im rheinland-pfälzischen Großraum Ahrweiler kamen nach Angaben der Polizei fast 100 Menschen ums Leben. Es wird befürchtet, dass noch weitere hinzukommen

Bereits am Samstag hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein nordrhein-westfälisches Katastrophengebiet an der Erft besucht und zu Solidarität und Spenden für die Opfer aufgerufen. Für Montag hat sich Bundesinnenminister Horst Seehofer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz angekündigt.

17:15 Uhr: Vier Feuerwehrleute bei Hochwassereinsätzen in NRW gestorben

Bei den Hochwassereinsätzen in Nordrhein-Westfalen haben mindestens vier Feuerwehrleute ihr Leben verloren. Das teilte der Verband der Feuerwehren (VdF) am Samstag mit. Neben den beiden in Altena und Werdohl gestorbenen Männern seien zwei weitere Todesfälle gemeldet worden. In Nettersheim (Kreis Euskirchen) sei ein Feuerwehrangehöriger bei einem Rettungseinsatz ums Leben gekommen. Ein weiterer Feuerwehrangehöriger der Feuerwehr Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis) sei im Einsatz leblos aufgefunden worden und später im Krankenhaus gestorben.

"Die Betroffenheit in den Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus ist riesig. Wir alle werden das nach Ende der Einsätze erst verarbeiten müssen", sagte der stellvertretende VdF-Landesvorsitzende, Bernd Schneider. Insgesamt lag die Zahl der bestätigten Todesopfer am Samstagabend bei 143 – 45 davon in Nordrhein-Westfalen, 98 in Rheinland-Pfalz. Es wird befürchtet, dass noch weitere hinzukommen, weil einige Autowracks und vollgelaufene Keller noch nicht kontrolliert werden konnten. 

17:03 Uhr: Medienbericht: Gefängnis in Euskirchen weitgehend wegen Hochwasser evakuiert

Von der Unwetterkatastrophe ist auch die Justizvollzuganstalt Euskirchen in Nordrhein-Westfalen betroffen: Das Gefängnis muss weitgehend geräumt werden, wie ein Sprecher der Landesjustizvollzugsdirektion dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" bestätigte. Die Versorgung mit Strom und Wasser sei gestört, etliche Keller auf dem Gelände stünden unter Wasser, heißt es in der Meldung.

Ein Teil der 360 betroffenen Gefangenen sei in andere Anstalten in Nordrhein-Westfalen verlegt worden, für andere gebe es kurzfristig verlängerten Ausgang. Da nicht das gesamte Gefängnis von dem Hochwasser betroffen sei, befänden sich auch einige wenige Häftlinge weiterhin in Euskirchen.

16:48 Uhr: Söder: Veränderung der Welt erfordert eine Veränderung der Politik

Nach der Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands fordert CSU-Chef Markus Söder mehr Klimaschutz. "Es wird teuer, wenn wir nichts tun, es beeinträchtigt unser Leben, und es führt auch dazu, dass wir unseren Kindern und Kindeskindern eine schlechtere Welt übergeben als wir sie bekommen haben", sagte Söder am Samstag auf dem Bezirksparteitag der Oberbayern-CSU in Unterhaching bei München. Er betonte: "Die Veränderung der Welt erfordert auch eine Veränderung der Politik." Die Union wolle allerdings Klimaschutz und Wohlstand zusammen organisieren.

"Natürlich verändert sich das Klima", sagte Söder. Wer das leugne, der versündige sich an der Zukunft. Deshalb müsse man handeln. "Dem Klima ist es völlig wurscht, ob wir etwas dagegen tun", fügte er hinzu.

Söder will am kommenden Mittwoch in einer Regierungserklärung Eckpunkte der künftigen bayerischen Klimapolitik vorstellen. Die Grünen und andere werfen ihm seit langem vor, hier viel zu wenig zu tun und beispielsweise den Windkraft-Ausbau bewusst zu blockieren.

16.36 Uhr: Zahl der Toten nach Unwetterkatastrophe steigt auf 141

Die Zahl der Todesopfer bei der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen hat sich auf 141 erhöht. Im rheinland-pfälzischen Kreis Ahrweiler seien 98 Tote bestätigt, teilte die Polizei Koblenz am Samstagnachmittag mit. Aus Nordrhein-Westfalen wurden bislang 43 Opfer gemeldet.

Die Anzahl der Verletzten in Ahrweiler liege bei 670, fügte die Polizei Koblenz hinzu. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst.

16:25 Uhr: Landkreistag-Präsident für Katastrophen-Warnungen per SMS

Nach den massiven Überflutungen im Westen Deutschlands sieht der Landkreistag Reformbedarf im Katastrophenschutz. "Die Landkreise als Katastrophenschützer vor Ort tun alles Mögliche, die Lage in den betroffenen Landkreisen in den Griff zu bekommen", sagte der Präsident des kommunalen Spitzenverbandes, Reinhard Sager, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Schließlich hätten die Katastrophenschutzstäbe der Landkreise die Aufgabe, die verschiedenen Akteure einzusetzen und zu koordinieren. "Wir brauchen allerdings eine noch besser eingespielte Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, den Ländern und dem Bund", fügte Sager hinzu.

Beispielsweise wäre es gut, wenn Warnungen per SMS auf allen Mobiltelefonen sofort sichtbar würden, sobald konkrete Gefahr droht. "Das sollte bei größeren sich anbahnenden Katastrophen damit auch auf älteren Handys und ohne zu installierende Apps möglich sein", sagte Sager.

In diesen Fragen sei die Politik generell noch zu zögerlich. Gleiches gelte für den Stellenwert von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Diese müssten "viel grundsätzlicher angegangen werden". Das sei allerdings nur möglich mit einer "ordentlichen kommunalen Finanzausstattung".

16:18 Uhr: Laschet besucht Notunterkunft für Hochwasser-Opfer

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat am Samstag in Erftstadt eine Unterkunft für durch das Hochwasser wohnungslos gewordene Menschen besucht. In der zum Aufenthaltsraum umfunktionierten Kantine eines Gymnasiums traf der CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat mit etwa 20 Bewohnern zusammen, wie ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete.

Dort waren Frauen mit Kindern, Paare und Alleinstehende versammelt. Nach Auskunft der Bürgermeisterin von Erftstadt sind mehrere hundert Menschen in Unterkünften. Anschließend sah sich der Ministerpräsident Kleiderspenden für die Menschen an, die ihr Obdach verloren haben. Zuvor hatte er zusammen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Hochwasser-Retter von Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen getroffen. 

15:56 Uhr: Überflutungsgefahr unterhalb der Steinbachtalsperre noch nicht gebannt

Im Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen besteht für das Gebiet rund um die Steinbachtalsperre weiterhin Überflutungsgefahr. Die Bezirksregierung Köln teilte am frühen Samstagnachmittag mit, dass der Absperrdamm an der Steinbachtalsperre noch versagen könnte. Große Teile des Damms seien durch Überströmung weggebrochen, gleichzeitig laste ein enorm hoher Druck auf dem Damm. Vorsorglich seien weitere Evakuierungen im Bereich der Talsperre geplant. 

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) pumpten auch am Samstag Wasser aus dem Stausee ab; am Freitagabend schon hatte der durch Geröll verstopfte Grundablass geöffnet werden können. Eine Entwarnung könne nach Experteneinschätzung allerdings erst bei einer Zweidrittel-Entleerung gegeben werden, warnte die Bezirksregierung am Samstag. Dies könnte "nach vorsichtiger Schätzung" Sonntagnachmittag gegen 15:00 Uhr erreicht sein. Bis dahin bestehe weiterhin akute Dammbruchgefahr. 

Mehrere Orte unterhalb der Talsperre im Kreis Euskirchen und im Rhein-Sieg-Kreis waren in den vergangenen Tagen bereits evakuiert worden. Bei der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind mindestens 133 Menschen ums Leben gekommen. 

15:07 Uhr: Probleme für Kohlekraftwerk Weisweiler durch Hochwasser

Die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen hat auch das Kohlekraftwerk Weisweiler und andere Standorte des Energiekonzerns RWE getroffen. Das Unternehmen schätzte die Schäden auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Die Stromerzeugung des Kraftwerks Weisweiler bei Eschweiler laufe nur mit reduzierter Kraft, teilte RWE in Essen mit. Am Donnerstag habe der Fluss Inde bei Lamersdorf einen Deich überspült und sei in den Tagebau Inden gelaufen. Von dort wird das Kraftwerk mit Braunkohle versorgt. Zwar habe sich die Lage mit sinkenden Pegelständen stabilisiert. Ziel sei, Ende kommender Woche in Inden erstmals wieder Kohle zu fördern. Es sei aber noch unklar, wann der Tagebau und die Stromerzeugung wieder in vollem Umfang arbeiten könnten.

15:02 Uhr: Polizei: Keine Drohnen über Einsatzgebieten fliegen lassen

Die Polizei im nordrhein-westfälischen Euskirchen hat Neugierige davor gewarnt, in die Hochwassergebiete zu kommen. Zudem sollten Privatleute keine Drohnen über Einsatzgebieten von Polizei und Rettungsdienst fliegen lassen. "Sie behindern dadurch die Drohnen der Rettungskräfte!", schrieb die Polizei, die unter anderem für das Gebiet an der bedrohten Steinbachtalsperre zuständig ist, auf Twitter. Zudem sei der Drohneneinsatz unzulässig und stelle eine Ordnungswidrigkeit dar.

14:26 Uhr: Polizei startet im Hochwassergebiet Ahrweiler neue Suche

Nach der Hochwasserkatastrophe will die Polizei in den besonders schwer zugänglichen Regionen im Raum Ahrweiler mit Hubschraubern nach weiteren Opfern der Flut suchen. Das Gebiet werde in Sektoren eingeteilt, und es würden Luftaufnahmen gemacht, teilte die Polizei in Koblenz mit. Die Sektoren würden dann von Einsatzkräften systematisch abgesucht. Die Suche soll Sonntagabend bis zum Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen sein. Über weitere Suchen werde dann entschieden.

14.14 Uhr: Nach Flutkatastrophe: Norwegischer König spricht Beileid aus

Der norwegische König Harald V. hat angesichts der Flutkatastrophe in Deutschland und anderen Ländern seine Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. In einer an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gerichteten Mitteilung zeigte sich der 84-jährige Monarch "betrübt" über die Überschwemmungen. Er fügte hinzu: "Bitte übermitteln Sie mein Beileid an diejenigen, die von dieser fürchterlichen Naturkatastrophe in Trauer gestürzt wurden oder anderweitig davon betroffen sind". Eine gleichlautende Mitteilung übermittelte er auch an den belgischen König Philippe.

13.52 Uhr: Weiterhin Dammbruchgefahr an Steinbachtalsperre

An der Steinbachtalsperre bei Euskirchen droht trotz des sinkenden Wasserstands weiterhin ein Bruch des Staudamms. Der Damm sei "äußerst instabil", große Teile des Bauwerks seien weggebrochen, teilte die Bezirksregierung Köln mit. Es drohe weiterhin akute Überflutungsgefahr für die Orte unterhalb der Talsperre. Weitere Evakuierungen seien deshalb geplant.

Aus der Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen. Das geschieht über Pumpen, den mittlerweile freigelegten Grundablass der Talsperre und eine Bypassleitung. Knapp 6 Kubikmeter Wasser könnten pro Sekunde abfließen, heißt es in der Mitteilung.

Entwarnung könne nach Angaben von Experten erst gegeben werden, wenn die Talsperre zu zwei Dritteln entleert sei. Das könnte nach vorsichtiger Schätzung am Sonntagnachmittag gegen 15.00 Uhr erreicht sein

13.47 Uhr: Laschet verspricht Hochwasser-Betroffenen Direkthilfe

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat bei einem Besuch in Erftstadt Direkthilfe für die vom Hochwasser betroffenen Menschen versprochen. Es werde "sehr unbürokratisch Geld ausgezahlt", sagte der Unions-Kanzlerkandidat bei einem Besuch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der besonders betroffenen Stadt. Danach werde man zusammen mit dem Bund "strukturell" den Städten helfen müssen, den Wiederaufbau zu bewerkstelligen.

13.45 Uhr: Bundespräsident Steinmeier dankt Helfern bei Hochwasserkatastrophe

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Helfern bei der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands gedankt. Viele hätten "bis zur Erschöpfung und jenseits davon gearbeitet", sagte Steinmeier bei einem Besuch im nordrhein-westfälischen Katastrophengebiet an der Erft. Er sprach den Helfen seinen tief empfundenen Dank "im Namen aller Deutschen" aus. Der Ruf nach Hilfe aus allen Teilen der Region sei "groß und drängend", sagte Steinmeier in Erftstadt.

13.17 Uhr: Hochwasserkatastrophe in NRW: Mehr als 22 000 Kräfte im Einsatz

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Innenministeriums rund 22.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk (THW) an den Rettungsarbeiten beteiligt. Hinzu kämen 700 Beamte der Landespolizei und Kräfte der Bundespolizei sowie Einsatzkräfte aus Hessen, Niedersachsen und Hamburg. Die Koordinierungsgruppe des Krisenstabs Nordrhein-Westfalen tausche sich rund um die Uhr zur aktuellen Lage bei der Hochwasserkatastrophe aus und helfe landesweit bei der Koordinierung, hieß es in Düsseldorf.

13.15 Uhr: Niederländer kämpfen weiter gegen Hochwasser entlang der Maas

Im Süden der Niederlande haben die Anwohner entlang der Maas am Samstag mit Sandsäcken und Schutzmaßnahmen den Kampf gegen das Hochwasser fortgesetzt. Mit einem Absinken des Wassers wurde in Roermond am Sonntagmorgen und in Venlo am Sonntagabend gerechnet, teilten die Behörden mit.

In Venlo an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen war am Freitag ein Krankenhaus mit 200 Patienten vorsorglich evakuiert worden. In der Stadt und umliegenden Orten wurden Tausende Menschen zum Verlassen ihrer Wohnungen aufgerufen. Zwar richteten die Fluten erhebliche materielle Schäden an, Berichte über Verletzte gab es aber nicht.

Unterdessen riefen die Behörden Schaulustige auf, zu Hause zu bleiben, und drohten mit Bußgeldern. Wie die Stadt Venlo mitteilte, überwachte die Polizei auch aus der Luft die evakuierten Gebiete und die Deiche.

13.11 Uhr: Kanzlerin Merkel kommt in Hochwassergebiete nach Rheinland-Pfalz

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Sonntag die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz besuchen. Dies bestätigte die Staatskanzlei in Mainz auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Details würden noch geklärt.

Am Montag will Bundesinnenminister Horst Seehofer die Katastrophengebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz besuchen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird er unter anderem mit Verantwortlichen des Technischen Hilfswerks (THW) in Euskirchen und Ahrweiler sprechen. Geplant ist zudem ein Besuch in Einrichtungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das dem Innenministerium untersteht.

12.28 Uhr: Zahl der Toten nach Überschwemmungen in Belgien auf 24 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer nach den heftigen Unwettern im Osten Belgiens ist auf 24 gestiegen. Wie die Polizei im Stadtteil Angleur in Lüttich mitteilte, wurde in der Nacht zum Samstag mindestens ein weiteres Todesopfer geborgen. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst. 

12.17 Uhr: NRW-Innenministerium: Opferzahl nach Hochwasser mit 43 unverändert

Nach dem verheerenden Hochwasser sind in Nordrhein-Westfalen laut Innenministerium noch immer 43 Todesopfer offiziell bekannt. Die Zahl habe sich seit Freitag nicht verändert, so eine Sprecherin. Die Rettungskräfte fürchteten unterdessen, dass sie nach dem Rückzug des Wassers weitere Opfer entdecken könnten. So sind unter anderem in Erftstadt-Blessem die Arbeiten noch in vollem Gange. Man könne daher nicht ausschließen, noch Tote zu finden, so ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises am Samstag.

11.24 Uhr: Schwierige Aufräumarbeiten in Trier nach der Flut in vollem Gang

In dem vom Hochwasser massiv betroffenen Trierer Stadtteil Ehrang sind nach der Flut die Aufräumarbeiten in vollem Gang. "Da stapeln sich die Berge von Sperrmüll", sagte ein Stadtsprecher. Erste Anwohner gingen zurück in die Häuser. "Wer da geschlafen hat, hatte kein Wasser und keinen Strom." Betroffen sind der Stadt zufolge 670 Häuser, bei denen im Keller und Erdgeschoss fast alles zerstört wurde.

Aus Anlass des Leids der Menschen in den Hochwassergebieten sollte es am Abend einen Klage-Gottesdienst in der Konstantin-Basilika in Trier geben. Nach Angaben der Evangelischen Kirche im Rheinland wollte auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) daran teilnehmen.

11.17 Uhr: Bundeswehr räumt überflutete Fahrzeuge von Bundesstraße bei Erftstadt

Auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt in Nordrhein-Westfalen hat die Bundeswehr begonnen, die von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeuge mit Radpanzern zu bergen. Menschen seien in den Lastwagen und Autos bisher nicht entdeckt worden, teilte die Feuerwehr der Stadt Erftstadt mit.

Auf der B265 waren zahlreiche Fahrzeuge überspült worden. Eine Sprecherin des Rhein-Erft-Kreises hatte am Freitag gesagt, es sei unklar, ob alle Insassen es rechtzeitig aus ihren Wagen geschafft hätten, als sie von den Wassermassen überrascht wurden.

11.04 Uhr: Rhein-Hochwasser bei Köln: Höchststand erreicht, Pegelstände sinken

Das Rhein-Hochwasser hat bei Köln in der Nacht zum Samstag seinen Höchststand mit 8,06 Metern erreicht, danach fiel laut Städtischen Entwässerungsbetrieben der Wasserstand wieder. Für die nächsten Tage seien keine "abflusswirksamen Niederschläge" vorhergesagt, so dass der Rheinwasserstand in Köln weiterhin fallen werde, hieß es am Vormittag.

10.52 Uhr: Bürgermeisterin: Ausmaß der Zerstörung in Erftstadt "verheerend"

Die Bürgermeisterin des vom Unwetter stark getroffenen Ortes Erftstadt in Nordrhein-Westfalen, Carolin Weitzel, hat das Ausmaß der Zerstörung als "verheerend" bezeichnet. Sie sei "sehr froh", dass bislang keine Todesopfer gefunden worden seien, sagte sie im Deutschlandfunk. Viele hundert Menschen seien aber unmittelbar betroffen; sie benötigten jetzt unbürokratische und einfache Hilfe. 

Erftstadt brauche für die Aufräumarbeiten technische Ausrüstungen, sagte Weitzel weiter. "Wir werden die umliegenden Kommunen um Amtshilfe bitten. Wir brauchen Fachkräfte und Personal." 

10.48 Uhr: Polizei warnt nach Hochwasser vor freiliegenden Stromleitungen

Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz hat die Polizei wegen der zerstörten regionalen Infrastruktur vor den Gefahren freiliegender Stromleitungen gewarnt. "Unter Umständen können Stromleitungen auch noch aus mehreren Metern auch ohne direkten Kontakt lebensgefährlich sein", teilte die Polizei in Koblenz mit. Menschen in der betroffenen Region sollten großen Abstand halten und sich nicht in Gefahr bringen. Ein Hubschrauber mit Fachleuten an Bord solle die Gefahr nun prüfen, sagte ein Sprecher.

10.43 Uhr: Polen bietet Hochwassergebieten in Deutschland und Belgien Hilfe an

Polen hat sich angesichts der Hochwasserkatastrophe in Deutschland und anderen Ländern zur Unterstützung bereiterklärt. "Ich habe Kanzlerin Angela Merkel Hilfe angeboten. Sie hat mir sehr gedankt", sagte Morawiecki dem Sender Radio Olsztyn. Auch Belgien, das von dem Hochwasser ebenfalls stark betroffen ist, habe man ein entsprechendes Angebot gemacht. Polens Präsident Andrzej Duda hatte bereits am Freitag in einem Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Familien der Todesopfer und den vom Hochwasser Geschädigten seine Anteilnahme ausgesprochen.

10.41 Uhr: Nach Dammbruch der Rur: Stadtteil von Wassenberg teils unter Wasser

Nach dem Bruch eines Damms der Rur und einer Evakuierung steht im nordrhein-westfälischen Wassenberg der Stadtteil Ophoven teilweis unter Wasser. Das sagte ein Feuerwehrsprecher am Samstagmorgen. Etwa 700 Bewohner von Ophoven an der Grenze zu den Niederlanden hatten in der Nacht ihre Häuser verlassen müssen.

Es sei für die Bürger nach wie vor gefährlich, sich in dem Gebiet aufzuhalten, sagte der Sprecher. "Durch hohe Wasserstände verursachte Gefährdungen können nicht ausgeschlossen werden", teilte auch die Stadt mit. Wer nicht in der Lage sei, seine Wohnung selbstständig zu verlassen, solle über eine Hotline um Hilfe bitten.

Die Rur hat ihre Quelle in der Eifel und mündet bei Roermond in den Niederlanden in die Maas. Laut WDR sieht Wassenbergs Bürgermeister Marcel Maurer (CDU) einen möglichen Grund für den Dammbruch auf niederländischer Seite: Dort seien Schleusenklappen geschlossen worden, so dass es zum Rückstau der Wassermassen gekommen sei. Der Feuerwehr lagen dazu keine Informationen vor.

10.09 Uhr: Dreyer fordert "mehr Tempo" beim Klimaschutz

Angesichts der Unwetterkatastrophe hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer Versäumnisse beim Klimaschutz beklagt. "In den vergangenen Jahren haben wir in Deutschland vieles nicht umgesetzt, was notwendig gewesen wäre. Davon bin ich fest überzeugt", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie forderte "mehr Tempo" beim Klimaschutz. "Es kommt darauf an, die auf den unterschiedlichen Ebenen gesteckten Ziele in einer gemeinsamen Kraftanstrengung zu erreichen."

Dreyer betonte: "Wir erleben schon mehrere Jahre hintereinander extreme Dürren, Starkregen- und Hochwasserereignisse - gerade auch in unserem Bundesland. Der Klimawandel ist nichts Abstraktes mehr. Wir erleben ihn hautnah und schmerzhaft." 

Die Ministerpräsidentin forderte "große Schritte". Dazu gehöre, "dass wir uns als Verbraucher neu orientieren". Dazu gehöre aber auch, "dass wir die erneuerbaren Energien ausbauen und unsere Industrie umstellen". Allerdings müsse darauf geachtet werden, dass Bürgerinnen und Bürger mit einem kleineren Geldbeutel alles mittragen können. 

10.08 Uhr: Polizei-Appell an potenzielle Hochwassertouristen und Gaffer

Mit einem eindringlichen Appell hat sich die Polizei in Rheinland-Pfalz zum Start ins Wochenende über Twitter an potenzielle Hochwassertouristen und Gaffer gewandt. "Es ist nicht an der Zeit für Touren in einem Katastrophengebiet", hieß es von der Polizei in Mainz. Denn viele Menschen hätten dort gerade erst "großes Leid und Verluste erfahren". Während des Katastropheneinsatzes seit Donnerstag war es bereits zu Behinderungen durch Schaulustige gekommen.

9.29 Uhr: Hochwasserkatastrophe in NRW: Über 19.000 Kräfte im Einsatz

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben der Landesregierung mehr als 19.000 Einsatzkräfte an den Rettungsarbeiten beteiligt. Die Koordinierungsgruppe des Krisenstabs Nordrhein-Westfalen tausche sich rund um die Uhr zur aktuellen Lage bei der Hochwasserkatastrophe aus und helfe landesweit bei der Koordinierung, hieß es in Düsseldorf.

9.00 Uhr:  Lage am Damm der Rur weiter angespannt

Im nordrhein-westfälischen Wassenberg an der Grenze zu den Niederlanden ist nach dem Bruch eines Damms der Rur der Stadtteil Ophoven evakuiert worden. Rund 700 Anwohner waren davon betroffen. Die Lage war am frühen Morgen laut Mitteilung der Stadt weiter angespannt. Der zuständigen Kreispolizei Heinsberg und der Bezirksregierung Köln waren am Morgen aber keine besonderen Vorkommnisse aus der Nacht bekannt. "Insgesamt stagnieren die dortigen Wasserpegel derzeit", teilte die Stadt Wassenberg mit.

8.57 Uhr: Klöckner: Brauchen größere Anstrengungen beim Klimaschutz

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" größere Anstrengungen zum Klimaschutz gefordert.: "Wir wissen, dass solche Extremwetterereignisse zunehmen werden. Daher brauchen wir entsprechende Anstrengungen beim Klimaschutz - in Deutschland, aber auch weltweit." Die Akteure in Bund, Land, Städten und Kreisen sowie Hilfsorganisationen seien "leistungsfähig, aber für bundesweite Krisenszenarien brauchen wir einen verlässlichen Rahmen". Es dürfe nicht so weit kommen, dass das Leben an Flüssen und Küsten in Deutschland nicht mehr möglich sei.

8.51 Uhr: Rettungseinsatz nach Flut in Rheinland-Pfalz läuft auf Hochtouren

Auch am Samstagmorgen sind hunderte Rettungskräfte in Rheinland-Pfalz auf der Suche nach weiteren Opfern und Vermissten. Die Polizei geht bislang von mehr als 90 Todesopfern und über 600 Verletzten aus. Bei dem Schadensausmaß sei mit weiteren Opfern zu rechnen, sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen. "Der Einsatz läuft auf Hochtouren."

8.35 Uhr: Fridays for Future kündigt Klimastreiks in mehr als 40 Orten an

Angesichts der schweren Unwetter im Westen Deutschlands hat die Klimaschutzbewegung Fridays for Future Streiks in mehr als 40 Orten angekündigt. "Das Ausmaß der Zerstörung macht sprachlos", schrieb die Klimaaktivistin Luisa Neubauer auf Twitter. Die Streiks am Freitag fänden auch in Solidarität mit denen statt, "die so viel verloren haben". 

"Diese Katastrophen müssen politische Konsequenzen haben", schrieb Neubauer weiter. Als Reaktion auf die schweren Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit inzwischen mehr als hundert Todesopfern hatten auch Politiker mehrerer Parteien verstärkten Klimaschutz gefordert.

Neubauer nannte es "phänomenal verlogen", dass Laschet jetzt "mehr Tempo" beim Klimaschutz fordere. "Er regiert seit Jahren in NRW und tut mit seiner Politik aktuell alles dafür, dass die globalen Klimaziele verpasst werden", so ihr Vorwurf. "Wir werden unseren Druck erhöhen, ein 'Weiter-so' kann es nicht geben", betonte die Organisatorin von Fridays for Future in Deutschland. 

8.20 Uhr: Zentrale kostenfreie Telefonnummer der Polizei eingerichtet

Angehörige, Freunde oder Bekannte, die jemanden vermissen, können sich unter der Rufnummer 0800-656 5651 bei der Polizei melden.

8.13 Uhr: Bislang keine Todesopfer in Erftstadt-Blessem entdeckt

In der besonders vom Hochwasser betroffenen nordrhein-westfälischen Ortschaft Erftstadt-Blessem gibt es bislang keine bestätigten Todesopfer. Das sagte ein Kreisprecher am Morgen der Deutschen Presse-Agentur. Die Lage in Blessem sei derweil weiter angespannt.

In anderen Teilen des Kreises gingen die Pegelstände unterdessen zurück, im Norden habe man Evakuierungen aufheben können. Da die Arbeiten der Rettungskräfte im Bereich Blessem noch in vollem Gange sind, könne man nicht ausschließen, noch Todesopfer zu finden. Belastbare Zahlen zu Vermissten gebe es nicht.

8.05 Uhr: Zahl der Toten nach Hochwasserkatastrophe steigt auf über 130

Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands ist die Zahl der Toten auf mehr als 130 gestiegen. Die Polizei bezifferte allein die Zahl der Todesopfer im Großraum Ahrweiler bis Samstagmorgen auf über 90. Es sei zu befürchten, dass noch weitere hinzukämen, teilte die Polizei Koblenz am Samstag mit. Insgesamt liege dem Polizeipräsidium die Meldung über 618 Verletzte vor. Auch diese Zahl könne sich noch weiter erhöhen. Mehr als zwei Tage nach dem Unglück werden immer noch Menschen vermisst. In Nordrhein-Westfalen gab es nach Angaben des NRW-Innenministeriums landesweit mindestens 43 Todesopfer und viele Verletzte.

Am Freitag hatte Innenminister Roger Lewentz (SPD) noch von 63 Todesopfern in Rheinland-Pfalz gesprochen. Die Zahl der Verletzten lag am Freitag noch bei 362. In der Region gehen unterdessen die Such- und Rettungsarbeiten weiter. Noch immer sind Tausende Rettungskräfte in der Eifel, wo in der Nacht zum Donnerstag die Wassermassen ganze Orte verwüstet hatten.

Laut Frühwarnprognose des Landesamts für Umwelt Rheinland-Pfalz verringerte sich die Hochwassergefahr zuletzt. In vielen Ortschaften fiel weiterhin das Strom- und Telefonnetz aus.

7.58 Uhr: Nach Dammbruch – Weiter angespannte Lage in Wassenberg

Nach dem Bruch eines Damms der Rur ist im nordrhein-westfälischen Wassenberg (Kreis Heinsberg) der Stadtteil Ophoven evakuiert worden. Die Lage war am frühen Morgen laut Mitteilung der Stadt weiter angespannt. Der zuständigen Kreispolizei Heinsberg und der Bezirksregierung Köln waren am Morgen aber keine besonderen Vorkommnisse aus der Nacht bekannt.

Wie die Bezirksregierung am Freitagabend mitgeteilt hatte, waren rund 700 Anwohner von der Evakuierung betroffen. Für zwei weitere Stadtteile - Effeld und Steinkirchen - gab es in der Nacht weiter eine Vorwarnung, dass es zur Evakuierung kommen könnte. "Insgesamt stagnieren die dortigen Wasserpegel derzeit", teilte die Stadt Wassenberg am frühen Samstagmorgen mit.

Wie groß der Schaden durch den Dammbruch ist, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Rur hat ihre Quelle in der Eifel und mündet bei Roermond in den Niederlanden in die Maas. Laut WDR sieht Wassenbergs Bürgermeister Marcel Maurer (CDU) einen möglichen Grund für den Dammbruch auf niederländischer Seite: Dort seien Schleusenklappen geschlossen worden, so dass es zum Rückstau der Wassermassen gekommen sei.

DPA AFP

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