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BKA-Auswertung Stimmt es, dass bei Gewalt in Partnerschaften fast jedes fünfte Opfer männlich ist?

BKA-Statistik: Gewalt in Partnerschaften
© Ute Grabowsky / Picture Alliance
Die Zahl der Gewaltdelikte in Partnerschaften hat im Corona-Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr erneut zugenommen. Dies geht aus einer jüngst vom BKA veröffentlichten Kriminalstatistik hervor, die auch zeigt, dass die Anzahl männlicher Opfer zunimmt.

Stimmt es, dass bei Gewalt in Partnerschaften fast jedes fünfte Opfer männlich ist?

Die Gesamtzahl der weiblichen Opfer liegt bei der Partnerschaftsgewalt in Deutschland mit 80,5% noch immer deutlich über der der Männer (19,5%), die fast jedes fünfte Opfer ausmachen. Allerdings ist die Zahl der männlichen Opfer im Vergleich zum Vorjahr doppelt so stark gestiegen wie die der Frauen.

Die Zahl der Opfer nahm zudem leider bei beiden Geschlechtern zu. Bei den Frauen erhöhte sie sich im Vergleich zum Jahr 2019 um 3,7%, bei den Männern um 7,4%. Damit ist der prozentuale Anteil weiblicher Opfer an den Gesamtfällen partnerschaftlicher Gewalt leicht gesunken. Im Jahr 2019 lag er noch bei 81%. Fast jedes zweite der männlichen Opfer befand sich zur Tatzeit in einer Partnerschaft mit der/dem Tatverdächtigen und lebte mit ihr/ihm in einem Haushalt.

Insgesamt wurden laut der Kriminalstatistik des BKA im Jahr 2020 146.655 Gewaltdelikte in Partnerschaften erfasst und damit 4,9 Prozent mehr als 2019 (139.833). Unter den insgesamt 148.031 Opfern waren 119.164 weiblichen, 28.867 männlichen Geschlechts.

Stimmt es eigentlich, dass ...

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Quelle:BKA-Studie zur Partnerschaftsgewalt (Berichtsjahr 2020) (Link für PDF-Download)

Andreas Mönnich

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