Feiertag der Tuning-Szene
Polizei kassiert Dutzende Autos am "Car-Freitag" ein

Seit 2022 kontrolliert die Polizei an Karfreitag verstärkt die Autoposer. (Archivbild) Foto: Felix Kästle/dpa
Seit 2022 kontrolliert die Polizei an Karfreitag verstärkt die Autoposer. (Archivbild) Foto
© Felix Kästle/dpa
Donnernde Auspuffe, aufheulende Motoren und polierte Karren: Etliche hochgerüstete Autos hat die Polizei am Karfreitag beim sogenannten Car-Freitag kontrolliert. Eine Bilanz.

Am sogenannten Car-Freitag hat die Polizei in Baden-Württemberg 1.844 Autos kontrolliert. Dabei seien 78 Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen worden, teilte das Innenministerium in Stuttgart mit. Zudem seien 460 Verstöße im Bereich Posing oder illegales Tuning erfasst worden.

Auf einer Bundesstraße bei Nürtingen beobachtete die Polizei nach eigenen Angaben, wie die Fahrer zweier hochmotorisierter Sportwagen sich ein Rennen lieferten und dabei teilweise auf mehr als 200 Kilometer pro Stunde beschleunigten. Die Ermittler wollten die beiden stoppen, doch eines der Fahrzeuge raste auf der Autobahn in Richtung München davon. In dem zweiten Wagen saß den Angaben zufolge ein 21-Jähriger. Gegen ihn wird nun ermittelt. Landesweit wurden vier illegale Autorennen zur Anzeige gebracht.

Wegen illegalen Tunings, oder wie die Beamten es formulierten nicht zulässigen technischen Änderungen an Autos, kassierten die Ermittler allerhand Fahrzeuge ein. Beispiele für Verstöße: Nicht eingetragene Spiegelklappen, verbotene Distanzscheiben auf den Felgen, Leistungssteigerungen von Motoren, beispielsweise durch Eingriffe in die Software des Autos.

"Unser Ziel ist nicht die Schikane von Autoliebhabern, sondern die konsequente Bekämpfung von Gefahren im Straßenverkehr", hieß es vom Polizeipräsidium Stuttgart.

Auto in Offenburg hat 200 PS zu viel

Auch in Baden wurden diverse Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen. In Offenburg musste etwa ein Tuner zusehen, wie die Polizei sein auf mehr als 800 PS getuntes Sport-Coupé auf einen Abschlepper lud. Eigentlich hätte der Wagen nur 610 PS, sagte eine Polizeisprecherin. Nun soll ein Sachverständiger den Wagen überprüfen.

Die Beamten des Präsidiums Offenburg führten am Freitag 83 Kontrollen durch. Bei etwa einem Drittel der Fahrzeuge (25) hatten die Beamten etwas zu beanstanden. Zudem zählten die Ermittler weitere Verstöße wie nicht angeschnallte Fahrer oder Telefonieren am Steuer.

Autofahrer soll sich Papiere selbst gebastelt haben

Wegen eines Heckspoilers geriet ein Autofahrer ins Visier der Beamten in Tauberbischofsheim. Bei der Kontrolle legte der Fahrer den Polizisten eine gefälschte Betriebserlaubnis für den Aufbau am Heck seines Wagens vor. Er habe das Dokument "vermutlich selbst herstellt", hieß es in einer Mitteilung. Gegen den Mann werde unter anderem wegen Urkundenfälschung ermittelt.

Bei Kontrollen in Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis wurden 92 Verstöße gemeldet. In fünf Fällen musste die Weiterfahrt gestoppt werden. Fünf Fahrzeuge wurden sichergestellt, wie es hieß. In Stuttgart kontrollierte die Polizei 96 Fahrzeuge, bei denen 53 beanstandet wurden. Die festgestellten Mängel reichten von nicht eingetragenen Rad-Reifen-Kombinationen über unerlaubte Veränderungen an der Abgasanlage bis hin zu illegalen Leistungssteigerungen.

"Car-Freitag" traditionelles Treffen der Tuningszene

Traditionell versammeln sich am Karfreitag in zahlreichen Orten in ganz Deutschland viele Auto- und Tuning-Enthusiasten, um sich gegenseitig ihre getunten Fahrzeuge zu präsentieren. Seit 2022 kontrolliert die Polizei an diesem Tag verstärkt die Autoposer. Die Szene betrachtet den "Car-Freitag" als Startschuss für ihre Sommersaison.

dpa