Nach dem historischen Wahldebakel der baden-württembergischen SPD muss sich die Partei eine neue Landesspitze suchen. Vier Parteimitglieder trauen sich nach dem Rücktritt von Landeschef Andreas Stoch die Nachfolge zu.
Als Doppelspitze machen sich die Mannheimer Bundestagsabgeordnete Isabel Cademartori und der frühere Bundestagsabgeordnete Robin Mesarosch aus Sigmaringen Hoffnungen. Außerdem tritt die Landtagsabgeordnete Dorothea Kliche-Behnke an. Sie vertritt seit 2021 den Wahlkreis Tübingen und ist seit 2018 stellvertretende Landesvorsitzende. Auch der Gomaringer Ortsvereinsvorsitzende Carsten Lotz hat seinen Hut in den Ring geworfen, wie die Partei nach Ablauf der Bewerbungsfrist mitteilte.
Jetzt sind die Mitglieder gefragt
Ihren neuen Landesvorsitz will die SPD Baden-Württemberg per Mitgliederbefragung bestimmen. Ein Sondierungsprozess zur personellen Neuaufstellung war ohne Ergebnis geblieben.
Laut SPD erhalten von der kommenden Woche an alle rund 30.000 wahlberechtigten Mitglieder die Unterlagen für die Briefwahl. Die Bewerberinnen und Bewerber sollen sich bei nicht-öffentlichen Regionalkonferenzen am 9. und 16. Mai vorstellen. Das Ergebnis der Mitgliederbefragung wird am 16. Juni bekanntgegeben.
Wer sich bei der Mitgliederbefragung durchsetzt, wird dem Landesparteitag zur Wahl vorgeschlagen. Über die Nachfolge an der Parteispitze sollen die Genossinnen und Genossen bei einem Parteitag am 19. und 20. Juni entscheiden.
Fraktion wird von Sascha Binder geführt
Die SPD kam bei der Landtagswahl auf 5,5 Prozent der Stimmen und fuhr damit das schlechteste Wahlergebnis jemals im Südwesten ein. Nach der schweren Schlappe hatte Spitzenkandidat Stoch noch am Wahlabend seinen Rückzug als Partei- und Fraktionschef angekündigt. An der Fraktionsspitze folgte ihm der bisherige Generalsekretär Sascha Binder nach.