Scharfe Kritik, ein laufendes Gerichtsverfahren und am Freitag sogar eine Mahnwache in Bühl: Die Debatte um den geplanten Abschuss eines Wolfs auf der Hornisgrinde im Nordschwarzwald sorgt weiter für Aufregung - und hat selbst Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) überrascht. "Mich erstaunt die große Emotionalität dieser Debatte, das muss ich schon sagen", sagte Kretschmann in Stuttgart.
Der Wolfsrüde, der sich wiederholt Menschen näherte und deshalb getötet werden soll, sei ein Sonderfall. Die sogenannte Entnahme diene dem "unmittelbaren Menschenschutz", betonte Kretschmann. "Das ist kein Thema des allgemeinen Artenschutzes."
Kretschmann: Wolf hat keinen Wahlkampf-Plan
Vorwürfe, die Abschussgenehmigung des grün geführten Umweltministeriums sei ein Wahlkampfmanöver, wies der Regierungschef entschieden zurück. "Der Vorwurf ist abwegig. Der Wolf weiß ja nicht, wann Wahlkampf ist - das ist doch einfach Blödsinn", sagte er. Der Zeitpunkt habe mit der sogenannten Ranzzeit zu tun, in der sich Wölfe auf Partnersuche begeben und Hunden oder Menschen bis auf wenige Meter nähern könnten.
Über eine Klage von Naturschützern gegen die Abschussgenehmigung berät derzeit das Verwaltungsgericht Stuttgart. Mit einer Entscheidung im Eilverfahren wird in den kommenden Tagen gerechnet. Bis dahin darf das Tier nicht getötet werden.