Die Winzer in Baden-Württemberg bauen auf immer weniger Fläche Wein an. Sie sank im Jahr 2025 um 3 Prozent auf 25.822 Hektar, wie das Statistische Landesamt in Fellbach mitteilte. Oftmals würden Flächen nicht mehr bewirtschaftet, weil sich der Anbau finanziell nicht mehr lohne.
Ein Sprecher des Agrarministeriums sagte, die Rahmenbedingungen für den Weinbau in Baden-Württemberg seien derzeit, wie für den gesamten europäischen Weinbau, sehr schwierig. "Die Marktlage im Weinsektor ist angespannt und der Weinkonsum ist europaweit rückläufig." Begründet wird dies durch die Inflation, die alternde Gesellschaft, die veränderten Konsumgewohnheiten der Verbraucher sowie "das konjunkturbedingt kostenbewusstere Einkaufsverhalten der Bevölkerung".
Das entstandene Marktungleichgewicht präge die aktuelle Wirtschaftslage der Weinbaubetriebe, Kellereien, Genossenschaften und Traubenerzeuger. Als Konsequenz übersteigt das aktuelle Angebot an Rebflächen derzeit deutlich die Nachfrage, wie das Agrarministerium weiter mitteilte. "Die Anpassung der Weinbranche an die bestehende Marktsituation hat auch die Rodung von Rebflächen zur Folge."
Anbaufläche geht in Württemberg stärker zurück
Im größeren der beiden Anbaugebiete, Baden, ging die genutzte Rebfläche um 2,0 Prozent auf 15.142 Hektar zurück. In Württemberg fiel der Rückgang mit 4,4 Prozent deutlicher aus; dort werden nun noch 10.610 Hektar bewirtschaftet.
Die in Baden am häufigsten angebaute rote Rebsorte, Blauer Spätburgunder, verlor 2025 im Vergleich zum Vorjahr 3 Prozent ihrer Anbaufläche und wurde nunmehr auf 4.765 Hektar erzeugt. Die wichtigsten weißen Sorten Ruländer und Müller-Thurgau verloren ebenfalls an Fläche. In Württemberg dominieren weiterhin rote Rebsorten, auch wenn ihre Anbauflächen zurückgehen. Beim Trollinger sank sie um 8,3 Prozent auf 1.614 Hektar, beim Lemberger um 3,8 Prozent auf 1.661 Hektar. Auch die wichtigste weiße Rebsorte, der Riesling, wurde auf weniger Fläche angebaut.