Wegen des Verdachts der Tabaksteuerhinterziehung in Millionenhöhe hat das Zollfahndungsamt München mehrere Objekte in Bayern durchsucht. Betroffen waren nach Angaben der Behörde insgesamt zehn Objekte, darunter Geschäftsräume sowie Privatwohnungen von Firmenverantwortlichen und Zeugen.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll ein im südbayerischen Raum ansässiges Unternehmen beim Import von Wasserpfeifentabak aus den Vereinigten Arabischen Emiraten unzutreffende Steuerzeichen verwendet haben. Diese seien eigentlich für niedriger besteuerten Rauchtabak vorgesehen gewesen, teilte der Zoll mit. Dadurch könnten dem Staat mehr als eine Million Euro an Tabaksteuer entgangen sein.
Es soll um rund 60 Tonnen Wasserpfeifentabak seit 2022 gehen. Die Ermittlungen richten sich gegen drei Tatverdächtige im Alter von 42 und 51 Jahren. Sie sollen als Verantwortliche beim Bezug der Steuerbanderolen die Steuer für Rauchtabak entrichtet und diese anschließend auf Behältnisse mit importiertem Wasserpfeifentabak angebracht haben.
Wasserpfeifentabak unterliegt einer zusätzlichen Steuer von 23 Euro pro Kilogramm. Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter Unterlagen und digitale Datenträger. Zudem wurden knapp 400 Kilogramm Wasserpfeifentabak mit mutmaßlich missbräuchlich verwendeten Steuerzeichen beschlagnahmt.