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Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz Gefälschter Impfnachweis: Durchsuchungen in vier Bundesländern

Impfnachweis
Ein digitaler Impfnachweis vor einem aufgeschlagenen Impfheft. Bei den polizeilichen Durchsuchungen wurden unter anderem Impfausweise und Smartphones sichergestellt. (Symbolbild)
© Fleig / Eibner-Pressefoto / Picture Alliance
In vier Bundesländern, unter anderem in Bayern, hat die Polizei Wohnungen von mehr als 100 Personen nach falschen Impfnachweisen durchsucht. Anlass ist der Fall eines Hausarztes, der Scheinimpfungen verabreicht und Bescheinigungen ohne Impfung ausgestellt haben soll.

Die Polizei hat in Bayern und drei weiteren Bundesländern Wohnungen von mehr als 100 Personen durchsucht, die sich falsche Impfbescheinigungen besorgt haben sollen. Die Ermittler stellten bei der Aktion, die am frühen Donnerstagmorgen begann, unter anderem Impfausweise und Smartphones sicher. Zudem wurde bei Beschuldigten Blut entnommen, um den Impfstatus zu klären, wie ein Sprecher der Polizei erklärte.

Hausarzt soll Scheinimpfungen verabreicht haben

Ausgangspunkt der Durchsuchungen ist der Fall eines Hausarztes im Landkreis Donau-Ries, der Scheinimpfungen verabreicht und Impfbescheinigungen ohne Impfung ausgestellt haben soll. Die Durchsuchungen richten sich nun gegen Personen, die im Verdacht stehen, den Arzt bewusst aufgesucht zu haben, um eine Impfung bescheinigt zu bekommen, ohne sich impfen zu lassen. Gegen sie wird laut Polizei wegen der Beihilfe beziehungsweise Anstiftung zum Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse und deren Verwendung ermittelt. Außerdem stünden Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz im Raum. Gegen den Arzt wurde zwischenzeitlich ein Berufsverbot verhängt.

Bei den Durchsuchungen waren am Donnerstagmorgen mehr als 200 Beamte im Einsatz, zunächst verliefen die Aktionen nach Angaben eines Polizeisprechers friedlich.

dpa

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