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Arbeitsmarktstudie Arbeitsplatz gegen Impfnachweis: Wer einen neuen Job will, muss geimpft sein

Neue Jobs nur für Geimpfte? So wird dies häufig in den USA gereglt
Neue Jobs nur für Geimpfte? So wird dies häufig in den USA gereglt
© Boris Jovanovic
Wer derzeit auf der Suche nach einem neuen Job ist, wird schon früh im Auswahlverfahren von den Firmen mit dem Impfstatus konfrontiert: Wer den Job will, muss geimpft sein.

Der Kampf gegen die Corona-Pandemie wird auch auf dem Arbeitsmarkt gefochten. Wer derzeit auf der Suche nach einem neuen Job ist, wird schon früh im Bewerbungsprozess mit dem Hinweis auf eine Covid-19-Impfung konfrontiert. Kurz gesagt: Nur wer geimpft ist, wird bei der Bewerbung berücksichtigt. Zu diesen Erkenntnissen kommt die Analysefirma Textkernel, die sich rund 20 Millionen Stellenanzeigen aus zehn Ländern in den vergangenen drei Monaten angesehen hat und die der "Wirtschaftswoche" vorliegt. 

Demnach weisen Arbeitgeber schon in den Stellenanzeigen auf eine Impfpflicht am Arbeitsplatz hin. Im Oktober und November seien die Hinweise auf eine benötigte Impfung besonders krass angewachsen. Im nordamerikanischen Raum haben sie sich im Vergleich zu den Angaben in den Anzeigen seit September verfünffacht, so die "Wiwo".

Allerdings: Nicht überall zieht sich der Impfstatus durch die Stellenausschreibungen. In Italien lag der Anteil der Anzeigen mit Impfpflicht bei 0,01. In den USA hingegen wächst der Anteil rasant: Von 1,5 Prozent auf nun 8,1 Prozent. In Deutschland sei der Anteil an Firmen, die nur Geimpfte einstellen wollen, noch gering. Nur 0,2 Prozent der Ausschreibungen in Deutschland und den Niederlanden würden explizit eine Impfpflicht formulieren, heißt es in der Untersuchung. Das kann auch an den geltenden Gesetzen liegen. Der Arbeitgeber darf seinen Mitarbeitern nicht vorschreiben, dass sie sich impfen müssen. Tatsächlich darf er nicht einmal den Impfstatus abfragen (eine Sonderrolle haben medizinische Berufe). 

Das steht in den Stellenanzeigen

Ein Blick in aktuelle Stellenausschreibungen zeigt, dass bei den Neueinstellungen in Deutschland die Impfung gegen Corona gefordert wird. So sucht beispielsweise derzeit eine kleine, deutsche Airline Flugbegleiter (w/m/d). In den Jobanforderungen wird nicht nur eine abgeschlossene Schulausbildung, sicheres Schwimmen, fließendes Englisch und interkulturelle Kompetenz gefordert, sondern auch eine Impfbereitschaft, inklusive Covid-19-Impfung.

Doch es geht auch anders: In Lüneburg wird derzeit ein Lager-Helfer gesucht. Der Arbeitgeber lockt mit 150 Euro Startbonus, die nach drei Monaten im Unternehmen ausgezahlt werden, mit 30 Tagen Urlaub, Mitarbeiterrabatten bei verschiedenen Firmen und übertariflicher Vergütung – sowie dem Hinweis, dass man den Job "auch ohne Impfung" machen kann. 

kg

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