In einer sportlich holprigen Saison haben die Basketballer des FC Bayern abseits des Courts einen ersten großen Erfolg gefeiert. Dem deutschen Meister ist es gelungen, Welt- und Europameister Andreas Obst in München und in Deutschland zu halten. Der 29-Jährige verlängerte seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bis 2029 - und das, obwohl er von europäischen Topclubs umworben war und sogar mit Teams aus der Eliteliga NBA sprach.
"Für mich war im Herzen klar, dass Bayern meine Heimat ist und ich mich hier wohlfühle, dass ich mich mit dem Verein identifiziere", sagte Obst. "Es war eine große Herzensangelegenheit. Ich bin hier sehr glücklich und freue mich, weiter Körbe schmeißen zu dürfen und hoffentlich weiter erfolgreich zu sein."
Bayern gegen Konkurrenz: "Mussten uns strecken"
Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, wonach Obst für viel Geld zu einem Euroleague-Rivalen oder gar in die nordamerikanische NBA wechseln könnte. "Es gab viele Gerüchte, viele Themen, Gespräche an sich", bestätigte der Spieler selbst. Welche Clubs genau um ihn warben, das verriet er nicht.
Dem Bayern-Präsidenten Herbert Hainer war der Stolz anzumerken, als er auf einem Pressepodium im SAP Garden neben Obst die Vertragsverlängerung verkünden durfte. "Das zeigt, dass Andi an das Projekt Basketball in München glaubt", sagte Hainer, ehe er Obst als "signature player" des Vereins adelte. Um den Profi herum sollen künftig Teams aufgebaut werden. Sogar eine eigene Merchandising-Kollektion wurde für die Vertragsverlängerung entwickelt.
Dass all das nicht billig ist, versteht sich von selbst. Hainer deutete an, den Co-Kapitän mit einer ordentlichen Gehaltserhöhung umworben zu haben: "Natürlich mussten wir uns strecken." Das Finanzielle allein habe aber nicht den Ausschlag gegeben. "Andi hätte sicher bei dem einen oder anderen Verein mehr Geld bekommen." Unter anderem der Euroleague-Rivale Dubai galt als Interessent für die Dienste des in Halle (Saale) geborenen Ausnahmesportlers.
Zweimal Gold samt Dreier für die Höhepunkt-Clips
Obst war 2021 nach München gekommen und entwickelte sich seitdem zum Star. Er holte mit den Bayern 2024 und 2025 die deutsche Meisterschaft sowie 2023 und 2024 den Pokalsieg. Ins große Rampenlicht aber schaffte es Obst bei der Nationalmannschaft, mit der er 2023 WM-Gold und 2025 EM-Gold gewann.
Beide Male war er ein Leistungsträger im Team - seine Dreipunktewürfe etwa gegen die USA im WM-Halbfinale sind Teil etlicher Höhepunkte-Clips. In der europäischen Königsklasse trifft derzeit niemand so viele Dreier wie Obst.
Kein Update in Trainerfrage bei den Bayern
Obst ist eine der wichtigsten Säulen im Offensivspiel der Bayern, die nach der Trennung von Coach Gordon Herbert vorerst bis Saisonende von Altmeister Svetislav Pesic trainiert werden. Wer ab Sommer als Coach übernimmt, "dazu ist es noch zu früh, heute zu spekulieren", sagte Vereinsboss Hainer.
Vorerst freue er sich über den richtungsweisenden Verbleib von Obst. "Dies wird uns helfen, den einen oder anderen Spieler, den wir gern hätten, zum FC Bayern zu locken oder im Team zu halten", sagte Hainer. Das war zuletzt noch anders: Die Münchner hatten 2024 Weltmeister Isaac Bonga zu Partizan Belgrad abgeben müssen; vor dieser Saison verließ Nick Weiler-Babb als weiterer Nationalspieler die Mannschaft in Richtung Anadolu Efes Istanbul.
Auch Bundestrainer Mumbru lobt die Bayern
Dass Obst nun bleibt, werten die Bayern generell auch als Signal für die Basketball-Standorte München und Deutschland. Es sei "toll für die Fans in Deutschland, denn sie können ihn auch in Zukunft weiter jedes Spiel auf dem Feld sehen", sagte Basketball-Bundestrainer Alex Mumbru.