Ausbaustrecke Berlin-Dresden
Späterer Ausbau der Strecke Berlin-Dresden - Kritik an Bahn

Beim Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Dresden verzögert sich die zweite Baustufe um mehrere Jahre. (Archivbild) Foto: Carsten Koall
Beim Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Dresden verzögert sich die zweite Baustufe um mehrere Jahre. (Archivbild) Foto
© Carsten Koall/dpa
Der Ausbau von Teilen der Strecke Berlin-Dresden verschiebt sich laut Bahn um vier Jahre. Das stößt auf Widerstand in Brandenburg.

Die Verzögerung des Ausbaus der Bahnstrecke Berlin-Dresden um rund vier Jahre stößt auf Kritik. Die Deutsche Bahn teilte mit, alle Streckenabschnitte der Bauarbeiten an der zweiten Baustufe von Blankenfelde in Brandenburg bis Großenhain in Sachsen sollten nach früherer Planung 2029 in Betrieb gehen. Nun sollten fehlende Abschnitte beim Streckenausbau aber voraussichtlich erst Ende 2033 ans Netz gehen. Als Grund nennt die Bahn Anforderungen bei der Planung.

Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach warf der Deutschen Bahn vor, die Leidtragenden seien wieder einmal Pendlerinnen und Pendler. "Die Bahn muss schnellstmöglich ihre Planungen so nachbessern, dass sowohl der Schutz sensibler Moore als auch ein verlässlicher Ausbau der Strecke Berlin–Dresden für die Fahrgäste gewährleistet sind", sagte der SPD-Politiker den "Potsdamer Neuesten Nachrichten".

Bahn nennt Umweltfragen als Grund

Die Bahn will auf der Strecke von Berlin nach Dresden 125 Kilometer für bis zu Tempo 200 ausbauen. Pendler müssen nun aber länger auf die Verkürzung der Fahrtzeit zwischen Berlin und Dresden warten. Als Grund für die Verzögerung nannte die Bahn Anforderungen im Planfeststellungsverfahren. Dabei gehe es um Umweltfragen wie Eingriffe ins Moorgebiet bei Zossen im Streckenabschnitt von Blankenfelde bis Wünsdorf-Waldstadt im Kreis Teltow-Fläming.

"Von plötzlich verschärften Umweltauflagen kann hier keine Rede sein", sagte Crumbach. Das Moor bei Zossen sei seit Jahren bekannt. "Wenn sich im Planfeststellungsverfahren jetzt herausstellt, dass die bisherigen Annahmen der Bahn nicht ausreichen, dann ist das ein Planungsproblem der DB und kein Problem des Umweltrechts."

Planungsunterlagen werden überarbeitet

Die Planungsunterlagen für die insgesamt drei Teilbereiche im nördlichen Abschnitt der Bahnstrecke Berlin-Dresden werden laut Bahn derzeit überarbeitet. Alle Arbeiten sollten später gemeinsam in einer zusammenhängenden Sperrung der Strecke erledigt werden. Dadurch blieben Fahrgästen zusätzliche Sperrungen erspart.

Der Umbau des Bahnhofs Zossen soll dagegen wie geplant Ende 2027 fertig sein. Geprüft wird laut Bahn auch, einige Bauarbeiten auf der Strecke vorzuziehen wie den Umbau des Bahnhofs Elsterwerda im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg.

Die Bahn hatte bereits die geplante Fertigstellung der Sanierung der Strecke Hamburg-Berlin verschoben und als Grund die Winterwitterung. Die Strecke soll statt Ende April am 14. Juni wieder vollständig in Betrieb gehen, von Hamburg bis Hagenow Land in Mecklenburg-Vorpommern schon am 15. Mai.

dpa