BASF-Industriepark
Kunststoff-Recyclingwerk soll 2030 in die Lausitz kommen

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH, Jürgen Fuchs, kündigt eine Neuansiedlung im
Der Vorsitzende der Geschäftsführung der BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH, Jürgen Fuchs, kündigt eine Neuansiedlung im Industriepark Schwarzheide an. (Archivbild) Foto
© Patrick Pleul/dpa
Im BASF-Industriepark in Schwarzheide soll eine neue Recyclinganlage für PET-Kunststoffabfall entstehen. Die Politik spricht von einem wichtigen Signal.

Im Industriepark Lausitz in Schwarzheide soll eine neue Anlage zum Recycling von PET-Kunststoffabfällen des kanadischen Unternehmens Loop Industries entstehen. Der Betrieb sei für 2030 vorgesehen, teilte der Betreiber des Industrieparks, die BASF-Gesellschaft InfraService & Solutions Lausitz GmbH, mit. Infinite Loop Europe plane, einen dreistelligen Millionenbetrag in die neue Anlage zu investieren und 150 Arbeitsplätze zu schaffen.

Vereinbarung unterzeichnet

"Unsere Partnerschaft mit der Betreibergesellschaft des Industrieparks Lausitz ist für uns ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur ersten Recycling-Anlage für PET-Kunststoffabfälle in Europa", sagte der CEO von Infinite Loop Europe, Antoine Boussard, einer gemeinsamen Mitteilung zufolge. Beide Seiten unterzeichneten ein Memorandum of Understanding, hieß es. "Die Kreislaufwirtschaft ist für uns ein zentraler strategischer Zielmarkt mit hoher Relevanz für die Zukunftsfähigkeit unseres Standortes", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH, Jürgen Fuchs. 

Ziel ist es, PET‑Kunststoffabfälle aufzubereiten und vollständig recyceltes PET in Neuware-Qualität bereitzustellen. PET (Polyethylenterephthalat) ist ein weit verbreiteter Kunststoff, der hauptsächlich aus Erdöl gewonnen wird, aber recycelt werden kann. Er wird vor allem für Getränkeflaschen verwendet.

Wirtschaftsminister: "Starkes Signal"

Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) sagte zum geplanten Projekt: "Gerade in den aktuell schwierigen Zeiten der Chemiebranche ist diese geplante Investition ein starkes Signal." Wirtschaftsförderer hätten hart um diese Investition gerungen, so der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg, Steffen Kammradt. Die Infinite Loop Europe ist ein Joint Venture von Loop Industries mit Hauptsitz in Kanada und der Reed - Société Générale Group.

Sparprogramme im BASF-Konzern 

BASF in Ludwigshafen kündigte am Mittwoch an, künftig mehrere Dienstleistungen in einem neuen globalen Knotenpunkt (Hub) in Indien zu bündeln. Auch vom Berliner Standort sollen Stellen dorthin verlagert werden. Es geht um den Bereich Global Business Services - zum Beispiel IT und Finanzen. Auf die Frage, inwieweit auch der BASF-Standort in Schwarzheide betroffen ist, sagte ein Sprecher, zum jetzigen Zeitpunkt könnten noch keine konkreteren Informationen genannt werden. "Die detaillierte Planung beginnt erst gerade." 

Der Chemiekonzern BASF leidet seit einiger Zeit unter Nachfrageschwäche und gesunkenen Preisen. Im Stammwerk Ludwigshafen hat das Unternehmen Anlagen stillgelegt sowie konzernweit mehrere Sparprogramme inklusive Stellenabbau gestartet.

dpa