Brandenburgs Justiz ist für die Unterbringung von Senioren oder gar pflegebedürftige Häftlinge nach Angaben der Landesregierung gewappnet. "Die JVA Brandenburg an der Havel verfügt über eine Vollzugsabteilung mit neun Haftplätzen für lebensältere Gefangene, die das 60. Lebensjahr vollendet haben", sagte ein Sprecher des Justizministeriums auf Anfrage. Außerdem gebe es behindertengerechte, barrierefreie Hafträume.
Was genau nötig sei, werde anhand des Einzelfalls immer individuell entschieden, führte der Sprecher aus. Im Gefängnis in Brandenburg an der Havel könnten in der Krankenabteilung sogar Häftlinge mit einem erhöhten Pflegeaufwand betreut werden. Zudem würden bei körperlichen Einschränkungen der Gefangenen mitunter Pflegehilfsmitteln wie beispielsweise Rollatoren, Toilettenerhöhungen und Duschstühle angeboten. Eine spezielle Pflegestation für Pflegebedürftige gibt es in Brandenburgs JVA nicht.
Keine Zahlen zu Pflegebedürftigen
Wie viele Gefangene aktuell pflegebedürftig seien, sagte der Sprecher nicht. Es gebe keine statistische Erhebung dazu. Auch welche Kosten durch die besondere Zuwendung und Pflege der älteren Insassen entstünden, sei nicht klar zu bestimmen.
Spezialbehandlung für ältere Insassen?
Grundsätzlich gebe es für ältere Insassen keine Spezialbehandlung, betonte der Sprecher. "Inhaftierte Senioren können je nach ihrer körperlichen und geistigen Verfassung am Gefängnisalltag teilnehmen wie alle anderen Gefangenen auch." Man könne ihren Bedürfnissen aber Rechnung tragen - beispielsweise durch bauliche Maßnahmen wie Haltegriffe und -stangen in den Zellen oder "angepasste Freizeitprogramme". Zudem würden ältere Gefangene bei der Alltagsbewältigung durch Mitgefangene unterstützt. Das steigere "die soziale Kompetenz der Gefangenen".