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Bill Pullman: "Spaceballs 2" mit Sohn war wie Zeitschleife

Sah seinem Sohn am Set gerne zu: Bill Pullman. (Archivbild) Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Sah seinem Sohn am Set gerne zu: Bill Pullman. (Archivbild) Foto
© Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Als Weltraumpirat Lone Starr in der Star-Wars-Parodie "Spaceballs" wurde er vor 40 Jahren Kult. Jetzt hat er das Sequel gedreht - mit seinem Sohn. Eine surreale Erfahrung für Bill Pullman.

Wie der Vater, so der Sohn: US-Schauspieler Lewis Pullman (33, Bob aus dem Marvelfilm "Thunderbolts*") hat jüngst "Spaceballs 2" gedreht - zusammen mit seinem Vater Bill Pullman, der als Weltraumpirat Lone Starr im ersten Film 1987 seinen Durchbruch geschafft hat. Bei der Berlinale erzählte Bill Pullman der Deutschen Presse-Agentur vom gemeinsamen Dreh – und verriet auch etwas über die bislang ziemlich geheim gehaltene Handlung.

"Ich war 32, als ich im ersten Film den Lone Starr gespielt habe", erinnerte sich der inzwischen 72-jährige Bill Pullman ("Independence Day", "Während Du schliefst"). "Und mein Sohn war jetzt ebenfalls 32, als wir zusammen die "Spaceballs"-Fortsetzung drehten." Das Ganze sei eigenartig gewesen: "Es war wie eine Zeitverschiebung, manchmal fast surreal. Wir teilten eine Welt, die für mich fast 40 Jahre zurückliegt – sogar mit den Kostümen. Ich trug exakt dasselbe Outfit wie im Original."

Einen Unterschied gebe es allerdings, so Bill Pullmann: "Als ich Spaceballs drehte, war es erst mein zweiter Film überhaupt. Ich stand also ganz am Anfang. Mein Sohn arbeitet jetzt schon seit zehn oder zwölf Jahren im Film." Dass sein Sohn den gleichen Beruf gewählt habe, unterstütze er voll, sagte Bill Pullman. Er habe ihn nicht davor gewarnt und versuche, sich nicht ungefragt einzumischen: "Er trifft seine Entscheidungen sehr selbstständig. Manchmal zeigt er mir etwas, einfach aus Neugier, um meine Meinung zu hören."

Wo ist Lone Starr?

Wie es war, seinen Sohn am Set zu erleben? Bei der Antwort darauf gab Pullman auch ein Detail zur Story von "Spaceballs 2" preis, das Fans der Kultparodie interessieren dürfte. "Es war sehr schön, Lewis zuzusehen. Es war eine Form von Komödie, die er bisher noch nicht gemacht hatte. Ich war also neugierig, wie er diese Herausforderungen löst." Er habe seinem Sohn manchmal auch zugeschaut, wenn er an einer Szene gar nicht beteiligt gewesen sei, erzählt Bill Pullman. "Mein Sohn hat im Sequel die größere Rolle, weil Lone Starr in der Geschichte zunächst nicht auftaucht – man ist auf der Suche nach ihm." 

Möglicherweise enthält die Spaceballs-Fortsetzung (Kinostart wohl 2027) also eine Parallele zum Star-Wars-Film "Das Erwachen der Macht", in dem eine neue Heldengeneration den verschwundenen Jedi-Altmeister Luke Skywalker sucht.

Jazz-Krise und Musical-Testament

Und noch etwas führt Vater Bill und Sohn Lewis Pullman gerade zusammen:Beide sind auf der Berlinale mit Filmen vertreten. Bill Pullman feierte Premiere mit dem Wettbewerbsfilm "Everybody Digs Bill Evans", in dem der legendäre Jazz-Pianist Bill Evans durch den Tod eines Musikkollegen in eine tiefe Schaffenskrise stürzt. Aus seiner Lethargie erweckt Evans auch ein Wiedersehen mit seinem Vater, den Bill Pullman herrlich verschroben spielt.

Lewis Pullman ist an diesem Donnerstag im Rahmen einer Berlinale Special Gala an der Seite von Amanda Seyfried in "The Testament of Ann Lee" zu sehen. Das historische Musical-Drama über die Gründerin der Glaubensgemeinschaft der Shaker sei fast eine Art Familienprojekt der Pullmans geworden, erzählte Vater Bill Pullman.

Wenn Kinder abheben

"Unsere ganze Familie war in gewisser Weise beteiligt. Meine Frau ist zeitgenössische Tänzerin. Unsere Tochter Maesa ist ebenfalls Musikerin und sehr talentiert. Sie hat Lewis bei der Musik geholfen, meine Frau bei der Bewegung. Für unsere Familie ist das ein sehr spezieller Film." Und dann wurde Bill Pullman emotional: "Es ist etwas Großartiges, wenn man das Talent seiner Kinder erlebt, nicht wahr? Wenn man sieht, wie sie abheben. Wenn es nicht mehr nur um ein kleineres nervöses Vorspiel geht, sondern sie von ihrem Beruf richtig gepackt werden. Dann merkt man: Sie haben Freiheit gefunden."

dpa