Organisierte Kriminalität
Weitere Schüsse in Berlin – Sondereinheit ermittelt

Erneut wird in Berlin auf Geschäfte geschossen. (Archiv) Foto: Fabian Sommer/dpa
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Einschusslöcher im Schaufenster und Warnschüsse gegen Ladenbesitzer: Erst kürzlich ging die Polizei mit einer Razzia gegen Bandenkriminalität vor. Doch am Wochenende gibt es erneut Fälle in Berlin.

In Berlin hat die Polizei in der Nacht eine weitere Gewalttat verzeichnet, die vermutlich mit organisierter Kriminalität in Verbindung steht. Auf eine Firma in Wedding feuerten unbekannte Täter in der vergangenen Nacht mehrere Schüsse ab, wie die Polizei mitteilte. Ein Mitarbeiter stellte demnach beim Betreten des Geschäfts in der Turiner Straße gegen 4.30 Uhr Einschusslöcher in der Schaufensterscheibe fest und alarmierte die Polizei. Die Sondereinheit "Ferrum" des Landeskriminalamtes, die sich um organisierte Kriminalität und sogenannte Schutzgelderpressungen kümmert, ermittelt. 

Es ist nicht der erste Fall von Kriminalität mit Schusswaffen, über den die Polizei am Wochenende berichtete. Zuvor wurden demnach bereits auf ein Wohnhaus in Reinickendorf mehrere Schüsse abgegeben. Der oder die Täter seien in der Nacht auf Samstag geflüchtet. Bei einer Durchsuchung in Kreuzberg fand die Polizei zudem eine Schusswaffe, Munition, eine nicht geringe Menge Kokain und mehrere Goldbarren. 

Großrazzia letzte Woche 

In der letzten Woche hatte die Polizei bei einer großen Razzia in mehreren Stadtteilen 28 Wohnungen durchsucht und neun mutmaßliche Täter gefasst. Rund 570 Polizisten, darunter Spezialeinheiten, waren im Einsatz. Die Polizei beschlagnahmte Drogen, Bargeld, eine Schusswaffe, Schusswaffenteile, Schreckschusswaffen, zwei Autos sowie Datenträger und Handys. 

Im Jahr 2025 zählte die Berliner Polizei 515 Fälle von Schussabgaben in Berlin. Oft sollen so türkische und kurdische Ladeninhaber und Restaurantbesitzer unter Druck gesetzt werden, damit sie an die Banden zahlen. In manchen Fällen wurden Männer zur Warnung in die Beine geschossen. Hinter den ständigen Gewalttaten stecken laut der Ermittler zum Teil organisierte Banden aus der Türkei, die Täter sogar extra einfliegen lassen.

dpa