Die Waldbrandgefahr ist mit der anhaltenden Trockenheit in Teilen Brandenburgs wieder gestiegen - Feuerwehren sind in Habachtstellung. In einem Waldgebiet im Norden des Landes rückten am Mittag hunderte Kräfte aus den Landkreisen Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin aus - allerdings für eine große Übung mit Feuerwehrfahrzeugen, Drohnen und Hubschrauber.
Hohe Waldbrandgefahr in östlichen Regionen
Hohe Waldbrandgefahr herrschte am Wochenende bislang in den östlichen Teilen Brandenburgs, wie das Forstministerium mitteilte. Die zweithöchste Gefahrenstufe 4 galt in den Landkreisen Barnim und Märkisch-Oderland sowie Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße. In allen anderen Regionen herrscht mit Stufe 3 eine mittlere Waldbrandgefahr.
800 Kräfte trainieren in Nord-Brandenburg für Ernstfall
In der Rüthnicker Heide, einem Kiefernforst und früheren Militärgelände in Nord-Brandenburg, trainierten nach Landkreis-Angaben rund 800 Einsatzkräfte die Bekämpfung eines großen Waldbrandes. Ziel sei es, das Zusammenspiel verschiedener Hilfsorganisationen zu verbessern. "Bei Hitze, Trockenheit, Munitionsbelastung und rund 90.000 Hektar Waldfläche sind solche Großbrände für unseren Landkreis eine reale Gefahr", so der Kreis Ostprignitz-Ruppin.
Die Bekämpfung großer Waldbrände war in Brandenburg in der Vergangenheit oft schwierig, weil viele Flächen mit alter Munition belastet sind. Die Löscharbeiten wurden vielfach aus der Luft unterstützt.
Meist verursachen Menschen Waldbrände
Die Monate von März bis Ende September gelten in Brandenburg grundsätzlich als besonders waldbrandgefährdete Zeit. Die meisten Brände werden durch Menschen verursacht - unter anderem durch achtlos weggeworfene Zigaretten oder auch Grillen im Wald. Im und am Wald darf laut Waldgesetz kein Feuer entzündet werden.
Lagerfeuer als Ursache?
Die Feuerwehr rückte in den vergangenen Tagen bereits aus, weil Waldboden brannte. In Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) bemerkten die Kräfte beim Löschen mehrere zusammen gestapelte kleine Baumstämme - so, als ob jemand ein Lagerfeuer entzündet hatte, wie die Polizei mitteilte. Sie ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung. Auch in Zossen (Teltow-Fläming) untersuchte die Polizei, ob ein Brand im Wald von einer Feuerstelle ausging.
In Brandenburg gilt die Waldbrandgefährdung allgemein wegen ausgedehnter Kiefernwälder, geringem Niederschlag und leichter Sandböden bundesweit als besonders hoch.