Am 9. Mai war das Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin wegen Baumängeln geschlossen worden – gut eine Woche später bleibt der Zeitpunkt der Wiedereröffnung nach wie vor unklar. Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra gibt sich allerdings vorsichtig optimistisch. "Wenn wir alle an einem Strang ziehen, dann hoffe ich, dass wir relativ schnell, relativ schnell, auch wieder eröffnen können", sagte die SPD-Politikerin am Montag im Ausschusses für Wissenschaft und Forschung.
Laut der Senatorin werde es "wahrscheinlich möglich sein, den ursächlichen Mangel, der zur Sperrung geführt hat, zu beseitigen". Konkret war im Ausschuss von einem defekten Rohr über einem Stromkasten die Rede. Es sei aber nicht sinnvoll, den einen Schaden zu beheben, das Gebäude wieder zu öffnen und dann beim nächsten Problem wieder schließen zu müssen. Deswegen müssten jetzt alle Mängel, die die Sicherheit und den Brandschutz beträfen in den Blick genommen werden. Nicht gemeint seien einzelne Wasserschäden oder mangelhafte Sanitäranlagen.
Bezirksamt Reinickendorf bietet Ausweichfläche an
Eine Gesamtübersicht über die bestehenden Mängel und die Art der Mängel gebe es noch nicht, sagte Czyborra. Sie könne daher schwer sagen, ob die 20 Millionen Euro, die der Uni für kurzfristige Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden, ausreichen würden. Die Aufträge für Bauarbeiten sollen nun schnell vergeben werden. "Denn wir brauchen hier tatsächlich auch das Handwerk. Wir brauchen hier die Bauexpertinnen und Experten in dieser Stadt."
Nach Angaben der TU müssen wegen der Schließung rund 350 Lehrveranstaltungen pro Woche in andere Räume verlegt werden oder digital stattfinden. Viele in der Stadt zeigten Solidarität und böten Ausweichflächen an, sagte Czyborra. Das Bezirksamt Reinickendorf etwa bietet das leerstehende ehemalige Telekom-Areal in Tegel an: Dort gebe es mehrere sofort nutzbare Büro- und Schulungsflächen mit einer Fläche von mehr als 12.000 Quadratmetern, hieß es.