Kontrollen
Zoll spürt Schwarzarbeit auf Großbaustellen auf

In Kiel und Lübeck führten Zollbeamte Kontrollen wegen illegaler Beschäftigung durch. (Symbolbild). Foto: Thomas Müller/dpa-Zent
In Kiel und Lübeck führten Zollbeamte Kontrollen wegen illegaler Beschäftigung durch. (Symbolbild). Foto
© Thomas Müller/dpa-Zentralbild/dpa
Illegale Beschäftigung auf Großbaustellen ist ein Dauerthema. Bei Schwerpunktkontrollen in Kiel und Lübeck entdeckten Zöllnerinnen und Zöllner zahlreiche Gesetzesverstöße.

Bei der Kontrolle von Großbaustellen haben Einsatzkräfte des Hauptzollamtes Kiel 16 illegal Beschäftigte ermittelt. An der bundesweiten Schwerpunktprüfung hätten insgesamt 93 Zöllnerinnen und Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) teilgenommen, teilte das Hauptzollamt Kiel mit.

Die Einsatzkräfte kontrollierten zwei Großbaustellen im Kieler Stadtgebiet sowie drei Baustellen in Lübeck und Stockelsdorf hinsichtlich der Einhaltung des Mindestlohns, sozialversicherungsrechtlicher Pflichten und der Aufdeckung illegaler Beschäftigung. 

Die Einsatzkräfte hätten insgesamt 328 Mitarbeiter vieler verschiedener Arbeitgeber zu ihrem Beschäftigungsverhältnis befragt. Drei Mitarbeiter der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft hätten die Prüfung unterstützt.

Regelmäßige Schwerpunktkontrollen

"Insgesamt 16 Beschäftigte unterschiedlicher Nationalität waren nicht im Besitz eines gültigen Aufenthaltstitels oder einer gültigen Arbeitserlaubnis", sagte Vanessa Marzinek, Sprecherin des Hauptzollamtes Kiel. Drei Personen stünden im Verdacht, lediglich zum Schein selbstständig zu sein. In einem Fall gehe man dem Hinweis nach, dass Sozialversicherungsabgaben nicht ordnungsgemäß gezahlt wurden.

Seit Anfang Januar 2026 gilt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 13,90 Euro brutto pro Stunde. Hierauf habe jeder Arbeitnehmende einen Anspruch, sagte Marzinek. Bei Dachdeckern, Elektrikern, Gerüstbauern sowie Malern und Lackierern gelten höhere branchenspezifische Mindestlöhne. Auf diesem Sektor liege der Fokus des Zolls.

In besonders von Schwarzarbeit betroffenen Branchen führe die FKS ganzjährig regelmäßig Schwerpunktprüfungen mit einem erhöhten Personaleinsatz durch und sorge damit für eine besonders hohe Anzahl an Prüfungen in der jeweiligen Branche. Das sei ein wichtiges Instrument zur Senkung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung.

dpa