Spektakel am Nachthimmel
Gibt es wieder eine Chance auf Polarlichter im Norden?

Viele haben das Spektakel verpasst. Lohnt sich das Wachbleiben heute Nacht? Foto: Marcus Brandt/dpa
Viele haben das Spektakel verpasst. Lohnt sich das Wachbleiben heute Nacht? Foto
© Marcus Brandt/dpa
Diese Nacht im Januar dürften viele noch in bester Erinnerung haben: Selbst in der Stadt waren Polarlichter sichtbar. Jetzt war die Sonne wieder recht aktiv. Wird es wieder ein Himmelsspektakel geben?

Weil die Sonne in den vergangenen Stunden wieder recht aktiv war, steigt die Chance auf Polarlichter - auch im Norden Deutschlands. "Die Chancen auf eine Polarlicht-Sichtung sind zurzeit leicht erhöht, aber weder hoch noch sehr hoch", sagte Björn Voss, Direktor des Hamburger Planetariums, der Deutschen Presse-Agentur. Die bunten Himmelslichter können entstehen, wenn Massenauswürfe der Sonne, also riesige Wolken aus geladenen Teilchen, auf das Magnetfeld der Erde treffen. 

Das war nun wieder der Fall. Aber: "Die erwartete erste Schockfront kam heute früh an - aber erst nachdem es hier schon hell war", sagte Voss weiter. Abgesehen davon war die verursachte Reaktion des Erdmagnetfelds aber zu gering, als dass man - wenn es dunkel gewesen wäre - etwas gesehen hätte. "Fazit ist, dass die Chance heute Abend gering, aber vorhanden ist."

Lohnt sich der Blick in den Himmel oder wird es bewölkt?

Im Norden ist das Wetter für eine wolkenfreie Sicht auf den Nachthimmeln nicht ideal. "Prinzipiell ist es so, dass die besten Chancen auf geringe Bewölkung im westlichen Schleswig-Holstein und im mittleren Niedersachsen bestehen", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der dpa. Von der Ostsee her und teilweise an der Nordseeküste gebe es ein Nebelfeld, das sich im Norden Deutschlands ausbreite.

"Zu Beginn der Nacht gibt es allerdings noch eine gute Wahrscheinlichkeit, auf einen fast unbedeckten Himmel zu blicken." Im Laufe der Nacht aber werde es fast überall nebelig-trüb. Der Blick in einen weitgehend wolkenfreien Nachthimmel sei dann am ehesten im westlichen Südniedersachsen möglich. 

Frühling, Sommer, Herbst oder Winter - Wann sind die Chancen auf Polarlichter generell am höchsten?

Generell sei die Chance darauf, Polarlichter zu sehen, im März und im April theoretisch leicht erhöht. Statistisch gesehen sei die Wahrscheinlichkeit auf eine Sichtung aktuell bis zu 50 Prozent größer als im Sommer oder Winter, sagte Planetariumsdirektor Voss weiter. "Das bedeutet aber nicht, dass wir mit einer „Flut“ an Polarlichtern rechnen können. Die Chance, dass es irgendwann im März zu der kosmischen Himmelserscheinung kommt, ist nur leicht höher als zum Beispiel im Juni."

Warum ist das so?

Die Ursache dafür ist die Stellung der Erde zur Sonne – beziehungsweise die Ausrichtung des Magnetfelds der Erde zur Sonne. Im März und September ist die Konstellation für Polarlichter besonders günstig, wie Voss weiter sagte.

Warum kann man Polarlichter nicht konkret voraussagen? 

Voraussagen sind laut Voss schwierig. "Grundsätzlich befinden wir uns in einer aktiven Phase der Sonne, denn sie hat gerade in ihrem elfjährigen Zyklus das solare Maximum durchlaufen." Das bedeutet, dass es auf der Sonne noch immer gewaltige Ausbrüche gibt. Diese führen vor allem an den Polen der Erde zu hübschen Farbspielen am Himmel, die sich bei besonders starken Eruptionen auch bei uns zeigen können. "Leider lassen sich die Polarlichter nur mit wenig Vorlauf vorhersagen." Es gibt auch verschiedene Apps, die Hinweise schicken, wenn die Chance auf Polarlichter höher ist. 

Sollte man dann nur auf die Augen vertrauen oder einfach immer wieder mal Fotos machen? 

Hier hat Voss eine schnelle und klare Antwort parat: Fotos. Selbst einfache Handybilder würden die Polarlichter deutlicher zeigen, als man sie mit dem Auge sehe. "Fotos zu machen lohnt also, aber man sollte nicht ständig auf den Handybildschirm starren. Denn dann sieht man mit eigenen Augen gar nichts, sondern ist vom Display geblendet."

Wohin muss man eigentlich gucken, wenn man Polarlichter spotten möchte?

Das ist leicht: Immer in Richtung Norden gucken.

dpa

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