Zum Jahresanfang hat sich der Winter in Hamburg und Schleswig-Holstein erst einmal festgesetzt. Vor allem Richtung Wochenende muss nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit neuen Schneefällen gerechnet werden. Da gleichzeitig Oststurm aufkommen soll, kann es zu Schneeverwehungen mit entsprechenden Verkehrsbehinderungen kommen.
Seit Wochenbeginn kam es in Hamburg und Schleswig-Holstein nur vereinzelt zu Unfällen und Sperrungen. Seit Montagabend gab es im Norden Schleswig-Holsteins mehrere Unfälle auf rutschigen Straßen, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Ein Mensch wurde bei einem Auffahrunfall mit drei Autos auf der A7 bei Tarp (Kreis Schleswig-Flensburg) leicht verletzt. Bei den übrigen Unfällen blieben die Beteiligten unverletzt.
In Hamburg sperrte die Polizei am Montagabend zeitweise die Köhlbrandbrücke. Einem Polizeisprecher zufolge hatten Fahrzeuge auf der eisigen Straße Mühe, die Rampe hoch- und herunterzukommen.
Wegen hoher Schnee- und Eislast auf den Bäumen besteht vielerorts die Gefahr abbrechender Äste. Der Friedhof Altona wurde deswegen für Fußgänger gesperrt.
Winterdienst streikt in Schleswig-Holstein
Wegen eines Warnstreiks beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) war es der Winterdienst stark eingeschränkt. Der Landesbetrieb ist für rund 1.430 Kilometer Bundesstraße, 3.500 Kilometer Landesstraßen und 2.700 Kilometer Kreisstraßen zuständig. Für den Winterdienst auf den übrigen Kreisstraßen sind die jeweiligen Kreise verantwortlich, für Gemeindestraßen die Gemeinden selbst. Auf den Autobahnen im Land sorgt die Autobahn GmbH des Bundes dafür, dass die Straßen von Schnee und Eis befreit werden.
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Warnung vor Eis auf der Ostsee
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee warnte Schiffs- und Bootsführer vor möglicher Eisbildung entlang der deutschen Ostseeküste. Von Flensburg bis zur deutsch-polnischen Grenze müsse unter anderem auf geschützten Gewässern, aber auch anderswo damit gerechnet werden. "Die Schifffahrt wird hiermit aufgefordert, die vereisten Gewässer nur mit Fahrzeugen zu befahren, die hierfür geeignet sind."
Als geschützte Bereiche gelten etwa Boddengewässer, Hafenbecken oder andere Küstengewässer, die teils vom Meer abgegrenzt, eher windgeschützt und flacher sind und weniger Wasseraustausch mit dem offenen Meer haben. Schiffsverkehr-Teilnehmer sollten zudem vorsichtig navigieren, da Tonnen unter anderem vertrieben oder auch gekentert sein könnten.
Laut aktuellem Eisbericht für die Ostsee des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gibt es an einigen geschützten Stellen Neueis, etwa bei Flensburg, in der Schlei, im Rostocker Stadthafen, bei Barth, in Greifswald-Wiek und im Peenestrom. Durch den anhaltenden Frost bleibe das Eis bestehen und es bilde sich weiteres.
Schnee und Sturm am Freitag erwartet
In den nächsten Tagen soll es nach der Vorhersage des DWD immer wieder schneien. Der Norden muss sich dann voraussichtlich am Freitag auf Sturm und größere Schneemengen einstellen. Ein Tiefdruckgebiet werde von der Elbe her Schneefall bringen, sagte DWD-Meteorologin Julia Schmidt. "Das können kräftige Schneefälle sein." Nach aktueller Einschätzung könnten 15 bis 20 Zentimeter fallen, lokal auch mehr. Mit Schneeverwehungen besonders in Ostseenähe müsse gerechnet werden. Dort werde Sturm aus Osten erwartet.
Auch in der Nacht zu Sonntag sind nach Schmidts Angaben noch Niederschläge zu erwarten, die in Niedersachsen und möglicherweise auch in Hamburg vorübergehend in Regen übergehen können. Das sei aber noch unsicher. "Aktuell sieht es so aus, dass wir auf der kalten Seite bleiben." Für Samstag rechnet der DWD mit nachlassenden Niederschlägen und Wetterberuhigung. Die weiteren Aussichten: "Es bleibt eher winterlich", so Schmidt.