Abfall
Hessens Städte beklagen hohe Kosten der Wegwerfmentalität

Fastfood-Verpackungen, Einwegbecher, Getränkedosen - gerade in der warmen Jahreszeit sorgt achtlos weggeworfener Abfall in viele
Fastfood-Verpackungen, Einwegbecher, Getränkedosen - gerade in der warmen Jahreszeit sorgt achtlos weggeworfener Abfall in vielen hessischen Städten für Probleme. Foto
© Andreas Arnold/dpa

Debattieren Sie mit!

  • Mit stern-Account aktiv an allen Debatten teilnehmen und kommentieren.
Jetzt registrieren
Müll neben statt im Abfalleimer - Hessens Städte kämpfen mit hohen Reinigungskosten und mahnen mehr Verantwortungsbewusstsein von Bürgerinnen und Bürgern an.

Grillen, Feiern, Pause im Park - im Frühling und Sommer verbringen die Menschen mehr Zeit draußen, das sorgt auch aktuell für viel achtlos weggeworfenen Müll in Hessens Städten. Als Hauptgründe für dieses sogenannte „Littering“ sehen sie einen allgemein sorgloseren Umgang mit Müll und Bequemlichkeit. 

„Das Verhalten und damit die Verantwortung gegenüber Umwelt und Natur hat sich in den vergangenen Jahren deutlich zum Negativen verändert“, erklärt etwa die Stadt Gießen auf Anfrage. „Selbst wenn der Abfalleimer nur drei Meter entfernt steht, wird der Abfall einfach liegen gelassen, oder der Einweggrill nicht weggeräumt.“ Hinzu kommt, dass die Stadtreinigung und Abfallentsorgung in der mittelhessischen Stadt unterbesetzt sind - derzeit laufen Stellenausschreibungen.

„Littering“ kostet Städte und Allgemeinheit viel Geld

Für die Städte und auch ihre Einwohnerinnen und Einwohner ist das Problem der illegalen Müllentsorgung mit hohen Folgekosten verbunden. Um etwa Zigarettenkippen oder Kaugummis zu beseitigen, seien aufwendige Reinigungsarbeiten und auch der Einsatz von Spezialmaschinen notwendig, wie etwa die Stadt Hanau in ihrem Flyer zur Kampagne „JuchHU sauber“ erklärte.

Hanau bittet Müllsünder seit Februar deutlich stärker zur Kasse. Jährlich müssen nach Angaben der Stadt rund 180 Tonnen illegal abgelagerter Müll in Hanau beseitigt werden - das koste rund 100.000 Euro, die auf die Abfallgebühren umgelegt und somit von allen Bürgern bezahlt werden müssten. Und auch Hessens größte Stadt Frankfurt beklagt, dass es immer wieder zu illegalen Abfallablagerungen komme, die eine „vermeidbare Gefährdung für Umwelt, Mensch und Tier“ sowie hohe Kosten für die Beseitigung nach sich zögen.

dpa