Auszeichnung
Klöckner: Freiheitskampf im Iran kein westlicher Export

Julia Klöckner bezeichnete den Protest im Iran als Wille des Volkes für Freiheit. Foto: Florian Wiegand/dpa
Julia Klöckner bezeichnete den Protest im Iran als Wille des Volkes für Freiheit. Foto
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Die iranische Journalistin Masih Alinejad erhält als erste den Europäischen Paulskirchenpreis. Klöckner bezeichnet sie als Frau, für die im Iran kein Platz vorgesehen war.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat den Protest der Menschen im Iran gewürdigt. "Der Freiheitskampf im Iran ist kein westlicher Export in dieses Land", sagte die CDU-Politikerin bei der Verleihung des ersten Europäischen Paulskirchenpreises in der Paulskirche in Frankfurt am Main. Er komme aus der Mitte der Gesellschaft und sei Ausdruck des Willens eines Volkes nach Recht und Freiheit.

Der Preis ging an die iranische Journalistin und Aktivistin Masih Alinejad. Sie sei "eine Frau, für die im Iran kein Platz vorgesehen war", sagte Klöckner. Sie zeige Frauen, dass Gehorsam eben nicht naturgegeben sei. Erst vor wenigen Tagen habe es einen Tötungsversuch gegen sie gegeben und der US-amerikanische Geheimdienst habe ihr abgeraten, nach Frankfurt zu kommen. 

Alinejad sagte, als sie Klöckner das erste Mal getroffen habe, sei sie frustriert von den deutschen Politikerinnen und Politikern gewesen. "Ich kann Deutschland kritisieren und zurückkommen. Das nennt sich Demokratie. Und das ist, was ich für mein Land will." 

Sie habe viel geweint, sagte sie. Vor ihrer Rede trat unter anderem ein Chor in der Paulskirche auf. "Der Anblick von Frauen und Männern, die Schulter an Schulter gesungen haben, hat mich zu Tränen gerührt", sagte Alinejad. "Denn in meinem Land dürfen Frauen nicht singen. Wir kommen ins Gefängnis, wenn wir singen." Islamistische Ideologie sei eine Waffe gegen Menschlichkeit, Demokratie und ein normales Leben.

dpa