in Hessen hat wieder die Zeit der Achterbahnfahrten, Streichelzoos und Familienausflüge begonnen. Die großen Freizeitparks hoffen nach einem verregneten und kühlen Saisonauftakt am vergangenen Wochenende nun auf besseres Wetter rund um Ostern. Was gibt es Neues in den Parks? Wird es teurer? Und wie ist die Stimmung in den Parks? Die Deutsche Presse-Agentur hat sich umgehört.
Taunus Wunderland
Das Taunus Wunderland ist in eine ganz besondere Saison gestartet: Der Park in der Nähe von Wiesbaden feiert sein 60-jähriges Jubiläum. Im Lauf der Saison sollen zwei neue Attraktionen eröffnet werden, mit denen das Angebot insbesondere für Familien weiter ausgebaut werden soll, wie Sprecher Sven Gerich mitteilt. Auch wenn sich das Taunus Wunderland wie viele Unternehmen mit steigenden Kosten konfrontiert sehe, sei es gelungen, die Eintrittspreise nicht zu erhöhen.
Dass die Gäste wegen der teils angespannten wirtschaftlichen Lage den Gürtel enger schnallen, ist im Taunus Wunderland nicht zu beobachten. "Nach den Einschränkungen der vergangenen Jahre stellen wir erfreulicherweise fest, dass sich das Ausgabeverhalten unserer Gäste wieder deutlich normalisiert hat. Die Ausgaben im Park bewegen sich inzwischen wieder in etwa auf einem Niveau wie vor der Corona-Pandemie", sagte Gerich. "Für uns ist das ein positives Signal und zeigt, dass Freizeit- und gemeinsame Erlebnisse für viele Menschen wieder einen hohen Stellenwert haben."
Digitale Angebote spielen in dem Freizeitpark eine zunehmende Rolle, insbesondere zur Information und Orientierung der Besucher. Allerdings werde darauf geachtet, dass digitale Unterstützung und das klassische Freizeitpark-Erlebnis im ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.
Erlebnispark Steinau
Auch vor dem Erlebnispark Steinau (Main-Kinzig-Kreis) machen die steigenden Ausgaben für Energie, Personal und Co. nicht Halt. Der Tageseintritt wurde nach Angaben des Unternehmens um einen Euro erhöht. Neue Attraktionen haben die großen und kleinen Besucher in diesem Jahr nicht zu erwarten. Es bleibe beim althergebrachten Konzept "Grillen und Chillen" sowie den klassischen Spiel- und Spaßmöglichkeiten, erklärt Parkchef Theo Zwermann.
Digitale Angebote, Apps oder virtuelle Warteschlangen spielen laut Zwermann in Steinau "zum Glück" keine Rolle. "Wir sind ein Familienfreizeitpark, der zwar sehr gut besucht und beim Publikum beliebt ist, aber keine Millionenbesucher durchschleusen muss."
Dass Besucher weniger Geld ausgeben könnten, sieht Zwermann gelassen. In "unsicheren Zeiten" pflege der Deutsche ohnehin das Sparen, das sei nichts Neues, sagt der Parkchef. Doch könnten Familien in Steinau ohne weite Anfahrten "mit einer Grillparty und selbst mitgebrachtem Essen und Trinken einen recht erschwinglichen Tag verbringen", betont er.
Freizeitpark Lochmühle
Der Erlebnispark Lochmühle hat die Winterpause genutzt, neue Grillhütten gebaut und bestehende Hütten gestrichen, ausgebessert und restauriert. Zudem wurde die Internetseite neu aufgebaut und gestaltet. Im tatsächlichen Parkbetrieb spielen digitale Angebote aber keine Rolle. "Wir möchten unseren Gästen einen Ort bieten, an dem sie von ihrem Alltag abschalten können", erklärt Sprecher Max Bahm.
Personalprobleme hat der im Hochtaunus gelegene Park nicht, ein Großteil der Belegschaft sind Stammkräfte. Aufgrund der steigenden Ausgaben für Energie, Personal, Material und Fremdfirmen seien die Eintrittspreise leicht angepasst worden. Die Erhöhung betrage aber weniger als fünf Prozent. Eine Veränderung im Ausgabeverhalten der Besucher sei bislang nicht festgestellt worden.
Erlebnispark Ziegenhagen
Der Erlebnispark Ziegenhagen in Nordhessen setzt in der aktuellen Saison auf eine umfassende Modernisierung bestehender Anlagen und neue Attraktionen wie das Fahrgeschäft "Ziegenhüpfer" und den Bau eines Wasserbeckens, in dem Tretboote gefahren werden können. Wegen der gestiegenen Kosten für Energie, Personal und Instandhaltung wurden nach Angaben des Unternehmens die Eintrittspreise um 0,50 Euro erhöht. Dafür werde im Gastronomiebereich die gesenkte Mehrwertsteuer an die Gäste weitergegeben.
"Die gestiegenen Lebenshaltungskosten machen sich auch im Verhalten unserer Besucher bemerkbar", sagt Geschäftsführer Norman Surup. Daher sei es für Familien wichtig, dass beispielsweise Parken sowie die Nutzung von Grillplätzen kostenfrei blieben. Gäste dürfen weiterhin eigene Verpflegung mitbringen.