Gesundheitsdaten Elektronische Patientenakte noch nicht in Alltag angekommen

Technische Hürden und Lücken bremsen die elektronische Patientenakte. (Symbolbild) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa-Pool/dpa
Technische Hürden und Lücken bremsen die elektronische Patientenakte. (Symbolbild) Foto
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Technische Hürden, schleppende Befüllung, kaum Nutzen: Ärzte, Apotheker und Kassen in Hessen sehen Nachbesserungsbedarf bei der elektronischen Patientenakte.

Gut ein Jahr nach dem Start der elektronischen Patientenakte (ePA) fordern Ärzte, Apotheker und Kassen in Hessen Verbesserungen. Sie kritisieren unter anderem technische Hürden und fehlende Nutzerfreundlichkeit. Die Kassenärztlichen Vereinigung Hessen etwa sieht in der ePA keinen Wert für die Versorgung. "Es gibt sie, sie wird aber nur selten genutzt, weil es offenbar keinen erkennbaren Nutzen gibt", erklärte ein Sprecher. 

Die Landesärztekammer hält die ePA "grundsätzlich für eine gute Einrichtung". "Allerdings lässt ihre Funktionalität noch zu Wünschen übrig", teilte ein Sprecher mit. "Hier existieren Lücken. Beispielsweise können bestimmte Schmerzmedikamente nicht erfasst werden, wodurch die ePA noch nicht für alle Patienten beziehungsweise Therapien genutzt werden kann." 

Die Nutzung der elektronischen Patientenakte sei noch uneinheitlich, erklärte der Vorsitzende des hessischen Apothekerverbands Holger Seyfarth. "Vor allem die Befüllung der Akten läuft bislang schleppend."

Seit Oktober ist Nutzung verpflichtend 

Die digitale Akte sei leider noch nicht im Versorgungsalltag angekommen, sagte Ralf Metzger von der AOK Hessen. "Insgesamt 23.000 unserer Versicherten nutzen die ePA aktiv beziehungsweise haben sich für unsere App registriert." Diese Zahl sei sicher noch nicht zufriedenstellend. Bei der AOK Hessen sind über 1,7 Millionen Menschen versichert. 

Ab Mitte Januar 2025 ist das System stufenweise für alle gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland eingeführt worden, sofern sie nicht widersprochen haben. Seit Oktober vergangenen Jahres sind Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, die elektronische Patientenakte zu nutzen und neue Diagnosen und Befunde in der E-Akte abzulegen.

dpa