Jahrestag des Kriegsbeginns
Ukrainehilfe: Spendenbereitschaft bleibt hoch

Der Verein Ukrainehilfe Birstein und Brachttal hat seinen Anfang am Abend des 24. Februar 2022 genommen. Foto: Hannes P. Albert/
Der Verein Ukrainehilfe Birstein und Brachttal hat seinen Anfang am Abend des 24. Februar 2022 genommen. Foto
© Hannes P. Albert/dpa
Über 50 Transporte, randvolle Garagen und eine Auszeit vom Krieg für Kinder: Was die Ukrainehilfe Birstein und Brachttal seit Kriegsbeginn alles auf die Beine gestellt hat.

Auch vier Jahre nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gibt es nach Einschätzung des Vereins Ukrainehilfe Birstein und Brachttal weiterhin eine große Bereitschaft in Hessen, die Menschen in dem überfallenen Land zu unterstützen. Eine allgemeine Spendenmüdigkeit sei nicht festzustellen, sagt der Vereinsvorsitzende Enrico Nagelberg. 

"Für viele Menschen ist der Krieg aber leider zur Normalität geworden", sagt der 47-Jährige. Der Verein aus dem Main-Kinzig-Kreis zählt derzeit zwischen 50 und 60 Mitglieder. 

Spontaner Entschluss: Müssen helfen

Zusammen mit seinem Freund Christian Klas habe er am Abend des 24. Februar 2022 angesichts der Nachrichten aus der Ukraine spontan entschieden, "dass wir Hilfe leisten müssen", sagt Nagelberg, dessen Frau aus der Ukraine stammt und 2012 nach Deutschland kam. 

Nagelberg und Klas baten bei Freunden und Bekannten um Spenden. Innerhalb weniger Tage sei die Garage voll mit Hilfsgütern gewesen, erinnert sich der 47-Jährige zurück. Helfer aus Brachttal und Birstein organisierten den ersten Transport. Aus dem anfangs eher losen Zusammenschluss ist inzwischen ein Verein geworden, Klas ist der andere Co-Vorsitzende. 

Güter für Krankenhäuser und Kinderheime

Im Laufe der Jahre folgten viele weitere Transporte. Über 50 sind es inzwischen. Dringend benötigte Güter etwa für Krankenhäuser und Kinderheime wie Mikrowellengeräte, Computer und Waschmaschinen wurden in die Ukraine gebracht. Sogar ausgemusterte Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge wurden auf den Weg geschickt. 

Die Bereitschaft zu Sachspenden sei ungebrochen, berichtet Nagelberg. Bei Geldspenden sehe das jedoch nicht so gut aus. Was bedauerlich sei, denn bestimmte Projekte wie etwa "Sieben Tage ohne Krieg", bei dem im vergangenen Jahr Kinder und Jugendliche aus der Ukraine eine Woche lang eine Auszeit in Hessen verbringen durften, seien ohne finanzielle Unterstützung nicht machbar.

dpa