Justiz Nach Brandanschlag: Anklage wegen Mordversuchs

Angeklagt ist ein 15-Jähriger - daher soll vor der Jugendkammer verhandelt werden. (Symbolbild) Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa
Angeklagt ist ein 15-Jähriger - daher soll vor der Jugendkammer verhandelt werden. (Symbolbild) Foto
© David-Wolfgang Ebener/dpa
War es eine Auftragstat? Ein jugendlicher Täter soll eine Kugelbombe und Brandbeschleuniger in ein Café geworfen haben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Die Vorwürfe wiegen schwer.

Nach dem Brandanschlag auf ein Frankfurter Café im vergangenen Sommer hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 15-Jährigen wegen versuchten Mordes erhoben. Der Jugendliche steht unter Verdacht, Anfang August eine Kugelbombe und mehrere Liter Brandbeschleuniger in das Lokal geworfen zu haben, wie Oberstaatsanwalt Dominik Mies mitteilte. Dort sei der Sprengsatz detoniert und habe den Raum in Vollbrand gesetzt. Durch sein beherztes Eingreifen habe der Wirt sich und vier Gäste weitgehend unversehrt ins Freie bringen können. 

Es handele sich nach vorläufiger Einschätzung um eine Tat aus dem Spektrum "crime-as-a-service" ("Kriminalität als Dienstleistung"), erläuterte Mies. Demnach wurde der niederländische Angeklagte für die mutmaßliche Auftragstat in seinem Heimatland angeworben. "Er soll für die Tat aus den Niederlanden ins Rhein-Main-Gebiet verbracht und bei der konkreten Tatausführung gezielt angeleitet worden sein", ergänzte der Staatsanwalt. Der 15-Jährige war kurz nach dem Anschlag gefasst worden. Die Anklage wurde zur Jugendkammer des Landgerichts Frankfurt erhoben.

dpa