Landgericht Frankfurt
Prozess um Stalking: Ehemann äußert sich zunächst nicht

Ein Mann soll seiner Ex-Frau und den gemeinsamen Kindern trotz Verbots jahrelang aufgelauert, sie verfolgt und bedroht haben. (S
Ein Mann soll seiner Ex-Frau und den gemeinsamen Kindern trotz Verbots jahrelang aufgelauert, sie verfolgt und bedroht haben. (Symbolbild) Foto
© Arne Dedert/dpa

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Verfolgungen, Drohungen und Überwachung: Wie eine Mutter und ihre Kinder keine Ruhe mehr fanden – und warum jetzt sogar drei Männer vor Gericht stehen.

Die Frau und ihre Kinder sollen nirgendwo vor dem Mann sicher gewesen sein: Ob auf dem Weg zum Arzt, beim Einkaufen, im Restaurant oder auf dem Spielplatz - der heute 55-Jährige soll seine von ihm getrennt lebende Frau und die gemeinsamen Kinder trotz gerichtlichen Annäherungsverbots über längere Zeit verfolgt und bedrängt haben.

Vor dem Frankfurter Landgericht wird ihm jetzt Stalking, Bedrohung und Beleidigung vorgeworfen. Zum Prozessauftakt äußerte sich der Mann zunächst nicht zu den Vorwürfen. Eine Einlassung werde an einem der nächsten Verhandlungstage erfolgen, sagte sein Rechtsanwalt. 

Laut der umfangreichen Anklage hat der Mann die in Frankfurt lebende Familie zunächst fast zwei Jahre lang gestalkt, bis er 2023 das erste Mal verhaftet wurde. Er verfolgte Frau und Kinder zum Teil stundenlang, durchwühlte ihren Müll, klingelte Sturm an ihrer Wohnungstür. Zudem soll er auf dem Handy der Frau eine Überwachungssoftware installiert und Anrufe auf sein Telefon umgeleitet haben. 

Todesdrohungen

Auch soll er sie mit dem Tode bedroht haben, etwa mit Sätzen wie "Ich zerstückle dich", "Ich werde dich umlegen" oder "Dein Tod ist vorbereitet". Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte er zudem mit der Entführung seines im Jahr 2020 geborenen Sohnes gedroht und zu seiner zwei Jahre älteren Tochter gesagt: "Bald nehme ich dich deiner Mutter weg". Weiterhin soll eine Angehörige seiner Familie in die Kita des Sohnes eingedrungen sein, Mitarbeiter hielten sie jedoch auf. 

Die Auswirkungen des Stalkings auf die Frau und ihre beiden Kinder sind laut Staatsanwalt enorm, sie reichen von Schlafstörungen über Wein- und Krampfanfälle bis hin zu Panikattacken. Die Frau ist mittlerweile berufsunfähig. 

Drei Angeklagte

Nach seiner Entlassung aus der Haft im Frühjahr 2024 soll der Angeklagte seine Taktik geändert und drei Männer mit der engmaschigen Überwachung der Frau und den Kindern beauftragt haben. Zwei von ihnen sind in dem Verfahren ebenfalls wegen Stalking angeklagt. Einer von ihnen bestritt die Vorwürfe, der andere äußerte sich nicht. 

Die drei Angeklagten wurden im Frühjahr 2025 festgenommen, gegen den vierten Verdächtigen läuft ein separates Ermittlungsverfahren.

Nach der bisherigen Planung soll Mitte Juni ein Urteil verkündet werden.

dpa