Sie sollen für eine bessere Vernetzung im öffentlichen Nahverkehr sorgen - sogenannte Mobilitätsstationen gelten als wichtiger Baustein umweltfreundlicher Verkehrslösungen im ländlichen Raum. Nach einem ersten Sammelantrag für 40 Stationen in 17 Kommunen im Wetteraukreis im Juni vergangenen Jahres warte man aktuell auf den Zuwendungsbescheid des Landes Hessen für das Pilotprojekt, erklärte ein Sprecher des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain.
"Aufgrund der Förderrichtlinie dürfen wir leider nicht vorher mit dem Bau beginnen. Deswegen heißt es aktuell vor allem abwarten, bis wir den Fördermittelbescheid erhalten." Man stehe jedoch in engem Austausch mit dem Ministerium und bewerte die Erfolgsaussichten als "sehr positiv", so der Sprecher.
Was sollen die Stationen bieten?
An den Mobilitätsstationen, die vor allem rund um Bahn- und Bushaltestellen geplant sind, sollen Fahrgäste von Bussen und Bahnen, aber auch andere Nutzer künftig je nach Standort E-Bike- und Carsharing-Angebote sowie Lademöglichkeiten vorfinden und ihre Fahrräder sicher abstellen können. Mancherorts sind auch Fahrradreparatur-Stationen und öffentliche Toiletten geplant.
Welche Kommunen sind dabei?
In den ersten Sammelantrag waren den Angaben zufolge die Kommunen Altenstadt, Bad-Vilbel, Büdingen, Butzbach, Echzell, Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Karben, Kefenrod, Limeshain, Nidda, Niddatal, Ortenberg, Reichelsheim, Rosbach vor der Höhe sowie Wölfersheim einbezogen.
Während Glauburg zwischenzeitlich aus finanziellen Gründen wieder ausgestiegen sei, solle ein weiterer Sammelantrag für Bad-Nauheim, Friedberg, Rockenberg und Wöllstadt (ebenfalls alle Wetteraukreis) voraussichtlich im Juni dieses Jahres folgen, erklärte der Sprecher. Kommunen, die sich im Main-Kinzig-Kreis beteiligen, sollten selbstständig ihre Förderanträge stellen.
Wie hoch sind die geplanten Kosten?
Für die ersten 40 Stationen wurden Investitionskosten von insgesamt 3,5 Millionen Euro angenommen. Diese sollten zu 70 Prozent über das Land gefördert werden, die übrigen 30 Prozent seien von den Kommunen zu tragen, vom Landkreis sollen Zuschüsse kommen. Die Kosten für die Mobilitätsstationen variieren stark, je nach bereits vor Ort vorhandener Infrastruktur und Angeboten sowie Umfang der Maßnahmen reichen sie den Angaben zufolge von rund 12.000 bis zu rund 250.000 Euro.
An wen richtet sich das Angebot?
Zielgruppe seien die Bürgerinnen und Bürger vor Ort, aber auch ÖPNV-Fahrgäste von außerhalb, die die letzte Meile etwa vom Bahnhof zu Freunden oder zu einer Veranstaltung zurücklegen wollen, so der Sprecher. Konkrete Einsatzmöglichkeiten sehen die Beteiligten auch zu Hessens erster interkommunaler Landesgartenschau in Oberhessen im Jahr 2027, die in acht der am ersten Sammelantrag beteiligten Kommunen stattfinde. Im "Idealfall" sollten die ersten Stationen passend zum Start der Landesgartenschau eröffnet werden, erklärte der Verband.
Wie wird das Konzept in der Stadt umgesetzt?
Auch Hessens größte Stadt Frankfurt plant den Aufbau eines stadtweiten Systems von Mobilitätsstationen für Sharing-Angebote. Die Umsetzung erfolge in mehreren Ausbaustufen, erklärte eine Stadtsprecherin. Eine "Minimalversion" der Stationen gebe es bereits seit Mitte 2024 in Form spezieller E-Scooter-Stellplätze. Die Mobilitätsstationen sollen bis Ende des Jahres 2030 fertiggestellt werden.
Je nach Standort sollen unterschiedlich umfangreiche Stationen entstehen. Die größten sind an Außenästen des Schienenverkehrs sowie an ausgewählten Schienen-Knotenpunkten geplant und sollen ein stationsbasiertes Car- und Zweiradsharing umfassen.
Welche Erfahrungen gibt es?
Zwölf Pilotstationen an Bahnhöfen in der (kleinsten) S-Version wurden umgesetzt - mit guten Erfahrungen, wie die Sprecherin berichtet: "Bereits einige Tage nach Einführung der S-Stationen ließ sich eine Verbesserung der Situation feststellen – es gab schnell deutlich weniger wild abgestellte E-Scooter." Eine Auswertung der täglichen Fahrt-Enden an den Pilotstationen zeige zudem, dass auch die generelle Nachfrage an einigen Standorten teils gesteigert worden sein.
Im gesamten Stadtgebiet gebe es inzwischen über 170 Mobilitätsstationen, so die Sprecherin. 18 davon hätten eine Abstellmöglichkeit für Bikesharing. "Auch an diesen Stationen zeigt sich eine deutliche Bündelungs- und Ordnungswirkung, welche sich auch in einem Rückgang der Beschwerden über falsch abgestellte E-Scooter widerspiegelt."