Achtung Baustelle!
Frost und alte Brücken sorgen für Baustellen auf Autobahnen

An einigen Autobahnen im Nordosten müssen Autofahrer wegen Baustellen auch 2026 Geduld aufbringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentr
An einigen Autobahnen im Nordosten müssen Autofahrer wegen Baustellen auch 2026 Geduld aufbringen. Foto
© Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
Auf den Autobahnen in MV, Brandenburg und Berlin wird 2026 wieder viel saniert und repariert. Lkw- und Autofahrer müssen Geduld mitbringen. Oft dauern Baustellen Monate, manche auch Jahre.

Sanierungsbedürftige Brücken, jahrzehntealte Fahrbahnbeläge und starke Frostschäden sorgen auch 2026 für viele Baustellen auf Autobahnen im Nordosten. Die Autobahngesellschaft des Bundes setzt dieses Jahr in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin Dutzende Baumaßnahmen im Wert von 320 Millionen Euro (2025: 240 Millionen Euro) um. 76 Millionen Euro entfallen auf MV, 181 Millionen auf Brandenburg und 63 Millionen Euro auf Berlin, wie der Direktor der Niederlassung Nordost der Autobahn GmbH, Ronald Normann, am Montag in Güstrow mitteilte.

A24-Baustellen in Mecklenburg-Vorpommern

Neben den geplanten Baustellen sorgen auch die Folgen der Witterung für reichlich Arbeit. Der Winter sei sehr streng, so Normann. Aufgrund der vielen Frost-Tau-Wechsel gebe es entsprechend viele Schlaglöcher. Auf der A19 zwischen Röbel und der Landesgrenze Brandenburg in Fahrtrichtung Rostock werde mit vielen Schäden gerechnet. Vermutlich müsse dort die Geschwindigkeit auf 80 oder 60 Kilometer pro Stunde reduziert werden. Derzeit gilt dort kein Geschwindigkeitslimit.

In MV starten den Angaben zufolge in diesem Jahr die Arbeiten für fünf Brückenbauwerke. Unter anderem wird von September an auf der A14 über die Störwasserstraße bei Plate eine Behelfsbrücke errichtet (Kosten: 7 Millionen Euro). Auf der A24 beginnen im Dezember zudem die Arbeiten für den Ersatzneubau zwischen den Anschlussstellen Zarrentin und Wittenburg. Seit Oktober 2025 laufen bereits die Arbeiten für eine Behelfsbrücke auf der A24 zwischen Wöbbelin und Hagenow. Sie sollen im September abgeschlossen werden.

Baustellen in Brandenburg und Berlin 

Brandenburg verfügt über rund 800 Kilometer Autobahnkilometer, in MV sind es knapp 580 und in Berlin rund 100 Kilometer. Die größte Baumaßnahme in Brandenburg sind die Arbeiten an der Mühlenfließbrücke bei Rüdersdorf. Auf drei Jahre gerechnet sind insgesamt 221,6 Millionen Euro für den 742 Meter langen Ersatzneubau eingeplant. Die Bauphase beginnt im Oktober 2026 und dauert bis Juni 2030.

Auf der A10 wird bereits seit Frühjahr vorigen Jahres die Fahrbahn in beiden Richtungen zwischen Freienbrink und Königs Wusterhausen erneuert. Der erste Bauabschnitt des rund 15,5 Kilometer Abschnitts erstreckt sich auf 4,9 Kilometer und kostet 81,3 Millionen Euro. Diese Arbeiten sollen gegen Ende des Jahres beendet sein.

Auch auf der A13 muss von Mai bis Oktober mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden, denn dann laufen zwischen Ortrand und Klettwitz in Fahrtrichtung Berlin Erhaltungsarbeiten auf eine Länge von 6,1 Kilometer Länge. Kostenpunkt: 4,9 Millionen Euro.

Brücken sind die "Sorgenkinder"

In Berlin wird die Baustelle auf der A115 Spanische Allee wohl noch länger erhalten bleiben. Dies sei der gravierendste Eingriff in das Autobahnnetz in Berlin, so Normann. Es gebe dort viele Schwierigkeiten und Probleme. Hinderlich sei auch der strenge Winter, wodurch zeitweise nicht gearbeitet werden könne. Die Arbeiten würden noch bis Ende 2027 dauern und seien rund ein drei Viertel Jahr im Verzug.

Berlin sei mit seinen nur rund 100 Autobahnkilometern das komplizierteste Bundesland, was an der hohen Verkehrs- und Einwohnerdichte liege. Das Sorgenkind seien dabei die Brücken. Es gebe Bauwerke von 1870, wo es auch um Denkmalschutz gehe. Solche Brücken seien nicht so einfach zu beseitigen, was aber notwendig sei, weil sie nicht mehr trügen.

Die zehn Tunnel im Zuständigkeitsbereich der Niederlassung Nordost liegen alle in Berlin. Die meisten seien umfangreich saniert sowie Beleuchtung und Fluchttüren geändert worden. Auf der A103 muss von Juni bis Oktober dieses Jahres der Tunnel Feuerbachstraße zwischen Saarstraße und Filandastraße in beide Fahrtrichtungen auf zwei bis drei Kilometer für rund zwei Millionen Euro instand gesetzt werden.

dpa