Asyl Weniger neue Asylbewerber - 28.600 Ukrainer

Im Gegensatz zum Bundestrend gab es 2025 in Mecklenburg-Vorpommern weniger Abschiebungen als 2024. (Symbolbild) Foto: Julian Str
Im Gegensatz zum Bundestrend gab es 2025 in Mecklenburg-Vorpommern weniger Abschiebungen als 2024. (Symbolbild) Foto
© Julian Stratenschulte/dpa
Die Asyl-Zugangszahlen sinken. Die Grenzkontrollen tragen dazu bei, sind Experten überzeugt. Sie sehen noch mehr Gründe.

Die Asyllage hat sich auch in Mecklenburg-Vorpommern deutlich entspannt. Die Zahl der Neuankömmlinge hat sich im vergangenen Jahr halbiert. Das Innenministerium in Schwerin meldete 2.312 Asylbewerberzugänge für 2025. Im Jahr davor waren es 4.788. Das Ministerium beruft sich dabei auf die Statistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Auch die Zahl der Abschiebungen aus MV sank im Gegensatz zu Deutschland insgesamt, wo es laut Bundesinnenministerium rund 20 Prozent mehr Abschiebungen gab. Im Nordosten wurden 2024 laut Schweriner Innenministerium 390 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben, 2025 waren es nach vorläufigen Zahlen 307. 

Bundesweit mehr Abschiebungen

Eine Ministeriumssprecherin erklärte, es könne in den kommenden Tagen noch zu Nachmeldungen kommen. Die Zahl für 2025 beruhe auf den Rückmeldungen des Zentralen Rückführungsmanagements und der kommunalen Ausländerbehörden bis zum Stichtag 5. Januar.

Wie es weiter hieß, lebten Ende des Jahres 3.539 abgelehnte Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern. Davon waren 2.651 im Besitz einer Duldung.

Grenzkontrollen zeigen Wirkung

Auch bundesweit sind die Asylzahlen im vergangenen Jahr stark gesunken. Die Zahl der Erstanträge lag laut einer Mitteilung des Bundesinnenministeriums im Jahr 2025 bei 113.236. Im Jahr davor waren es noch 229.751. 2023 lag die Zahl der Erstanträge sogar bei 329.120.

Für den Rückgang führen Experten verschiedene Gründe an, etwa die Grenzkontrollen, die ab Oktober 2023 von der damaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) schrittweise eingeführt und von ihrem Nachfolger Alexander Dobrindt (CSU) intensiviert wurden. 

Nach dem Ende der Ära des Langzeitmachthabers Baschar al-Assad kamen zudem weniger Syrerinnen und Syrer nach Deutschland. Auch Italiens restriktiverer Migrationspolitik werden Effekte zugeschrieben. Das gilt in umgekehrter Weise auch für Spanien, wo irreguläre Migrantinnen und Migranten mit Jobaussichten eine Aussicht auf Legalisierung haben. 

Entlastung für Kommunen

Der Rückgang an neuen Asylbewerbern entlastet inzwischen auch die Kommunen. Im vergangenen Jahr wurden laut Schweriner Innenministerium 1.915 Personen aus der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes auf die Städte und Gemeinden verteilt. Im Jahr davor waren es 4.040. Im Jahr 2023 gab es demnach den bisherigen Höchststand mit 6.417 Menschen, die von den Kommunen untergebracht und betreut werden mussten.

Die Gemeinschaftsunterkünfte sind in der Folge weniger ausgelastet. Die durchschnittliche Auslastung sank den Angaben zufolge von 64,5 Prozent 2024 auf 59,4 Prozent im vergangenen Jahr. Dazu trage auch bei, dass die Landesregierung in ihrer Erstaufnahmeeinrichtung die Aufnahmekapazitäten ausgeweitet habe, hieß es. So blieben die Asylbewerber länger als zuvor dort, ehe sie auf die Kommune verteilt würden.

28.600 Ukrainerinnen und Ukrainer in MV

Wie das Innenministerium weiter mitteilte, leben aktuell rund 28.600 ukrainische Kriegsflüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern. Ende 2022 seien es 22.000 gewesen. "Die Menschen aus der Ukraine sind vor einem brutalen Krieg auf der Flucht", so Pegel. "Ihre Aufnahme bleibt eine humanitäre Selbstverständlichkeit."

dpa