Bauerntag
Schwesig würdigt Rolle der Landwirte in MV

Vor allem Düngemittel seien extrem teuer geworden, sagt MV-Bauernpräsident Trunk. (Archivbild) Foto: Philip Dulian/dpa
Vor allem Düngemittel seien extrem teuer geworden, sagt MV-Bauernpräsident Trunk. (Archivbild) Foto
© Philip Dulian/dpa
Ob Zölle, Krisen, Klimawandel oder Kriege - die Landwirtschaft bekommt die Folgen oft direkt zu spüren. Trotz der angespannten Lage hatten die Bauern in Linstow einen guten Grund zu feiern.

Landwirte und Politiker haben anlässlich des 35-jährigen Jubiläums des Bauernverbands Mecklenburg-Vorpommern die Bedeutung der Agrarwirtschaft für das Bundesland unterstrichen. Die Wende sei für alle ein gigantischer Umbruch gewesen, aber ganz besonders für die Landwirtschaft, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bei einer Festveranstaltung in Linstow. "Heute sorgt eine moderne Landwirtschaft in MV dafür, dass wir genug zu essen und gute Produkte haben." 

Nirgendwo sonst in Deutschland sei der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Flächen so hoch wie in Mecklenburg-Vorpommern. "Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft spielen in unserem Land eine besonders große Rolle", so Schwesig weiter. 

Glückwünsche aus Bad Reichenhall

Das sei auch an Zahlen abzulesen. So sei der Anteil der Landwirtschaft an der Bruttowertschöpfung mit 3,4 Prozent erheblich höher als im Bundesdurchschnitt. In etwa 5.000 Betrieben arbeiteten im Nordosten etwa 25.000 Menschen. 

Agrarminister Till Backhaus (SPD) gratulierte aus Bad Reichenhall (Bayern), wo er an der Agrarministerkonferenz teilnahm. Er hob hervor, dass die Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell präge und ein zentraler Pfeiler für funktionierende ländliche Räume sei. Die allermeiste Zeit in der 35-jährigen Geschichte des Bauernverbandes war Backhaus Agrarminister, der das Amt seit 1998 innehat. 

An der Festveranstaltung in Linstow nahmen neben Schwesig auch Landesbauernpräsident Karsten Trunk sowie der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, teil. Zudem waren 133 Delegierte aus 15 Kreis- und Regionalverbänden anwesend. Alle Redner warnten vor einer Kürzung von EU-Fördermitteln.

Düngerpreise machen Bauern zu schaffen 

Trunk ging anlässlich des Bauerntages auch auf die aktuelle Lage ein: "Internationale Konflikte treiben die Energiepreise, Lieferketten geraten ins Wanken – und die Folgen spüren wir direkt auf unseren Äckern." Diesel und Dünger hätten Preise erreicht, die man sich vor wenigen Jahren nicht habe vorstellen können. 

Besonders dramatisch entwickelt sich die Situation nach Angaben des Bauernpräsidenten beim Dünger: "Teilweise kostet er heute das Fünffache – und das genau dann, wenn wir ihn zur Frühjahrsbestellung am dringendsten brauchen. Für viele Betriebe steht das Wasser inzwischen spürbar bis zum Hals."

Hintergrund der Entwicklung ist auch die Blockade der Straße von Hormus aufgrund des Iran-Krieges. Über die Meerenge werden nicht nur Öl und Gas transportiert, sondern auch Düngemittel. Durch die Blockade fehlen diese auf den Weltmärkten, was zur Verteuerung führt.

Bei dem Bauerntag wurde der frühere Verbandspräsident Detlef Kurreck als Ehrenmitglied ausgezeichnet. Damit werde das jahrzehntelange Engagement des Diplom-Agraringenieurs für die Landwirtschaft im Land gewürdigt. Der 1991 gegründete Landesverband MV zählt 1.800 Mitgliedsbetriebe.

dpa