Bekämpfung aus der Luft
Hubschrauber versprüht Biozid gegen Eichenprozessionsspinner

Auf einer Fläche von etwa 405 Hektar soll das Insektizid versprüht werden. Foto: Philip Dulian/dpa
Auf einer Fläche von etwa 405 Hektar soll das Insektizid versprüht werden. Foto
© Philip Dulian/dpa

Debattieren Sie mit!

  • Mit stern-Account aktiv an allen Debatten teilnehmen und kommentieren.
Jetzt registrieren
Im Landkreis Ludwigslust-Parchim hat sich die Population des giftigen Eichenprozessionsspinners wieder ausgebreitet. Abhilfe soll nun aus der Luft geschaffen werden.

Erstmals seit drei Jahren wird der Eichenprozessionsspinner in Mecklenburg-Vorpommern mit einer großangelegten Aktion per Hubschrauber bekämpft. Ein mit Sprüharmen ausgestatteter Spezialhubschrauber fliegt derzeit im Landkreis Ludwigslust-Parchim eine etwa 405 Hektar große Fläche ab, um ein biologisches Insektizid gegen die giftigen Schmetterlingsraupen einzusetzen, wie Kai Gloyna vom Landesamt für Gesundheit und Soziales sagte.

"Die Maßnahme dient der Abwehr gesundheitlicher Gefahren", hieß es in einer Mitteilung des Landkreises. Die mikroskopisch kleinen Brennhaare der Raupen können schwere allergische Reaktionen bei Menschen auslösen. Die Aktion solle binnen zwei Tagen abgeschlossen sein, sagte Gloyna. Während des Sprühens komme es zeitweise zu Sperrungen von Land- und Bundesstraßen im Landkreis. 

Damit das Insektizid versprüht werden kann, müsse es trocken und möglichst windstill sein, sagte Gloyna. Die bislang letzte Aktion hatte 2023 stattgefunden. Nun hat sich die Population wieder erholt.

Insektizid für Menschen ungiftig

Gesprüht werden soll in besonders stark mit Raupen des Eichenprozessionsspinners befallenen Eichenalleen. Bei dem Mittel handelt es sich laut Landkreis um Foray ES, ein Biozid auf Basis eines Bodenbakteriums. Dieser Wirkstoff werde vom Umweltbundesamt für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners empfohlen. "Er ist ungiftig für Menschen und andere Wirbeltiere und wirkt nur auf Schmetterlingsraupen", teilte der Landkreis mit. Bienen und andere Insekten seien nicht von dem Einsatz betroffen.

dpa