Frostige Temperaturen Frost, Schnee und Eis: Es bleibt Winter in MV

Der Kölpinsee ist mit Eis und Schnee bedeckt. Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Der Kölpinsee ist mit Eis und Schnee bedeckt. Foto
© Bernd Wüstneck/dpa
Die Schlitten müssen in MV noch nicht weggepackt werden. Der Schnee bleibt - und es soll deutlich kälter werden. Die Polizei warnt aber eindringlich, Eisflächen auf Gewässern zu betreten.

Der Winter hat den Nordosten fest im Griff. Schnee und Frost sorgen bei Kindern für Rodelspaß. Bei Autofahrern hält sich die Freude in Grenzen, denn sie müssen auf Matsch, Schneeglätte und vereiste Straßen achtgeben. Ein verstärktes Unfallgeschehen meldete die Polizei nicht. Vielerorts sind die Räum- und Streudienste im Dauereinsatz. Das könnte auch in den nächsten Tagen so bleiben. 

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bleibt der Mittwoch bei 0 bis minus 3 Grad mit Wolken sowie längeren heiteren Abschnitten trocken. Der Frost nimmt in der Nacht zum Donnerstag weiter zu, wenn die Temperaturen auf bis zu minus 9 Grad fallen. Das Einfetten der Schlittenkufen könnte sich fürs Wochenende lohnen, denn der DWD erwartet für Freitag und Samstag verbreitet Schneefall bei Temperaturen von bis zu minus 6 Grad. 

Winterdienst auf Tausenden Kilometer Straßen 

Auf den Straßen Mecklenburg-Vorpommerns ist der Winterdienst vielerorts schon in der Nacht unterwegs. Mehr als 1.900 Kilometer Bundesstraßen und etwa 3.300 Kilometer Landesstraßen werden durch die Straßenbauverwaltung MV betreut. Hinzu kommen nach Angaben der Behörde aufgrund einer Verwaltungsvereinbarung weitere rund 1.040 Kilometer Kreisstraßen. Die Schneeräumung auf den 578 Kilometer Bundesautobahnen in MV fällt in die Zuständigkeit der Autobahn GmbH beziehungsweise der Autobahnmeistereien.

In Rostock sorgte ein Schneeräumfahrzeug in der Nacht zum Dienstag zwischenzeitlich für Ausfälle im Straßenbahnverkehr. Nach Polizeiangaben war das Schneeräumfahrzeug im Stadtteil Lütten Klein gegen 0.15 Uhr mit der Schaufel in einer Straßenbahnschiene hängengeblieben, die die Straße kreuzt. Das Fahrzeug geriet auf die Schienen, krachte in eine Lichtanlage der Straßenbahn und in den Mast der Oberleitung. Bei dem Unfall wurden unter anderem die Straßenschiene, das Gleisbett und die Oberleitung beschädigt. Die Polizei schätzte den Schaden auf knapp 20.000 Euro. Verletzt wurde niemand.

Salzengpass in Stralsund 

Gregor Peter Schmitz mit den Buchstaben GPS

Wollen Sie nichts mehr vom stern verpassen?

Persönlich, kompetent und unterhaltsam: Chefredakteur Gregor Peter Schmitz sendet Ihnen jeden Mittwoch in einem kostenlosen Newsletter die wichtigsten Inhalte aus der stern-Redaktion und ordnet ein, worüber Deutschland spricht. Hier geht es zur Registrierung.

Auch in der Stadt Greifswald hatte der Winterdienst seit Beginn der Schneefälle am vergangenen Freitag viel zu tun. "Die Mitarbeiter des Bauhofs - insgesamt 34 Mitarbeiter - waren seit Freitagfrüh durchgängig in zwei Schichten unterwegs, um die Straßen und Wege von Schnee und Eis zu befreien", sagte Thomas Horn, Abteilungsleiter für die Unterhaltung von Verkehrsanlagen beim Tiefbau- und Grünflächenamt. In diesem Zeitraum seien insgesamt etwa 43.500 Liter Sole, 102 Tonnen Salz, 43 Tonnen Sand und 4 Tonnen Granulat verbraucht worden.

In Schwerin wurden den Angaben zufolge 300 Tonnen Streusalz sowie 100 Tonnen Streukies und Sole eingelagert, um auf den 350 Straßenkilometern in der Landeshauptstadt Schnee- und Eisglätte zu beseitigen. In Stralsund (Landkreis Vorpommern-Rügen) gingen die Salzvorräte am Montag aus. Allerdings sprang das für Bundes- und Landesstraßen zuständige Straßenbauamt der Hansestadt zur Seite und half mit 25 Tonnen Salz aus. 

Das Straßenbauamt werde derzeit bevorzugt von der Deutscher Straßen-Dienst GmbH beliefert, weil Autobahnen und Bundesstraßen Vorrang hätten, so eine Stadtsprecherin. Kommunen, Ämter und Behörden bundesweit bestellten bei dieser Gesellschaft Auftausalze und Salzsole. Die angespannte Liefersituation bei der DSD GmbH werde derzeit durch fehlende Lkw, die das Salz nach Stralsund liefern könnten, verschärft. 

In Rostock werden Streusalz, Solelösung sowie Kies als Streumittel eingesetzt. Eine exakte Angabe zum bisherigen Verbrauch in der laufenden Saison liege zwar aktuell noch nicht vor. In den vergangenen fünf Jahren wurden aber nach Angaben der Stadtverwaltung im Zeitraum vom 1. November bis 31. März durchschnittlich rund 800 Tonnen Streusalz pro Winterdienstperiode eingesetzt.

Der kommunale Winterdienst betreut in Rostock rund 400 Kilometer Straßen, etwa 300 Kilometer Geh- und Radwege sowie ungefähr 180 Kreuzungsbereiche. Dafür stehen rund 100 Einsatzkräfte und etwa 55 Fahrzeuge bereit. Die Teams setzen sich aus Mitarbeitern der Stadtentsorgung Rostock sowie aus Subunternehmen zusammen.

Auch Skipper müssen aufpassen

Doch nicht nur für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger gilt erhöhte Vorsicht. Auch Schiffs- und Bootsführer müssen entlang der deutschen Ostseeküste auf möglicher Eisbildung achten, wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee warnte. Von Flensburg bis zur deutsch-polnischen Grenze müsse unter anderem auf geschützten Gewässern, aber auch anderswo damit gerechnet werden. "Die Schifffahrt wird hiermit aufgefordert, die vereisten Gewässer nur mit Fahrzeugen zu befahren, die hierfür geeignet sind", hieß es in einer Mitteilung.

Als geschützte Bereiche gelten etwa Boddengewässer, Hafenbecken oder andere Küstengewässer, die teils vom Meer abgegrenzt, eher windgeschützt und flacher sind und weniger Wasseraustausch mit dem offenen Meer haben.

Die Warnung gilt seit Anfang der Woche bis Ende April. Schiffsverkehr-Teilnehmer sollten zudem vorsichtig navigieren, da Tonnen unter anderem vertrieben oder auch gekentert sein könnten. Mögliche Restriktionen würden gesondert bekannt gemacht.

Keine Eisflächen betreten

Laut aktuellem Eisbericht für die Ostsee des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gibt es an einigen geschützten Stellen Neueis, etwa bei Flensburg, in der Schlei, im Rostocker Stadthafen, bei Barth, in Greifswald-Wiek und im Peenestrom. Durch den anhaltenden Frost bleibe das Eis bestehen und es bilde sich weiteres.

Allerdings dürften die frostigen Temperaturen nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Eis nicht tragfähig sei, warnte das Landeswasserschutzpolizeiamt MV. Strömungen, Sonneneinstrahlung und unterschiedliche Gewässertiefen sorgten für ungleichmäßige Eisstärken. "Auch eine vermeintlich stabile Eisfläche kann jederzeit brechen und zu lebensgefährlichen Situationen führen", so eine Polizeisprecherin. Die Wasserschutzpolizei MV warne deshalb ausdrücklich davor, Eisflächen auf Gewässern in Mecklenburg-Vorpommern zu betreten. Waghalsigkeit könne beim Betreten der Eisflächen lebensgefährliche Folgen haben.

dpa