Immobilien So teuer sind Häuser und Wohnungen in Niedersachsen

Etwa 25 Milliarden Euro wurden 2025 in Niedersachsen mit Immobilien umgesetzt. (Archivbild) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/d
Etwa 25 Milliarden Euro wurden 2025 in Niedersachsen mit Immobilien umgesetzt. (Archivbild) Foto
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Von Langeoog bis Holzminden: Wie sich die Kaufpreise für freistehende Häuser, Reihenhäuser und Wohnungen in Niedersachsen entwickelt haben – und wie die Landesregierung den Immobilienmarkt bewertet.

Der Immobilienmarkt in Niedersachsen gewinnt wieder an Dynamik: Rund 94.600 Kaufverträge wurden im vergangenen Jahr geschlossen – das sind zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie Innenministerin Daniela Behrens (SPD) bei der Vorstellung des Landesgrundstücksmarktberichts sagte. 

Wichtige Erkenntnisse im Überblick:

Was kostet ein Haus in Niedersachsen?

Ein freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus kostete 2025 im Mittel 270.000 Euro, für ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte wurden 250.000 Euro fällig – in beiden Fällen lagen die Preise damit rund 15.000 Euro höher als im Vorjahr.

Was kostet eine Wohnung in Niedersachsen?

Der mittlere Quadratmeterpreis für eine neue Eigentumswohnung stieg auf 4.150 Euro. Ein Jahr zuvor waren neue Wohnungen noch für 3.980 Euro pro Quadratmeter zu haben. Eigentumswohnungen im Bestand kosteten 2.410 Euro pro Quadratmeter. Besonders gefragt: touristische reizvolle Lagen am Meer.

Wo ist es am teuersten und wo am günstigsten?

Die im Mittel teuersten Häuser wurden in der Landeshauptstadt Hannover gehandelt: Ein Ein- oder Zweifamilienhaus kostete dort rund 505.000 Euro, ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte 421.000 Euro. Auch in anderen Städten wie Göttingen, Osnabrück und Braunschweig ist das Eigenheim vergleichsweise teuer, ebenso wie im Landkreis Harburg an der Grenze zu Hamburg.

Deutlich günstiger lässt sich der Traum vom eigenen Haus etwa im Landkreis Holzminden verwirklichen. Dort kostete das Ein- oder Zweifamilienhaus im Schnitt rund 156.000 Euro und ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte nur 90.000 Euro. Auch in anderen ländlich geprägten Regionen kosteten die Häuser weniger.

Bei den Wohnungen sind die Nordseeinseln preistechnisch eine Sache für sich: Auf Langeoog etwa wurden für eine neue Eigentumswohnung im Mittel 11.500 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Auf dem Festland legten die Preise vor allem in Cuxhaven deutlich zu auf 6.950 Euro pro Quadratmeter. Damit zog der Landkreis an Hannover mit 6.710 Euro vorbei. Eine gebrauchte Wohnung im früheren Landkreis Osterode gab es bereits für 1.220 Euro pro Quadratmeter.

Welche Trends gibt es beim eigenen Zuhause?

Mehr Bestand als Neubau: In den 1990er Jahren wurden noch in etwa so viele Bauplätze für ein Eigenheim verkauft wie gebrauchte Häuser. Das hat sich grundlegend geändert: Mittlerweile machen Bauplätze nur noch etwa jeden fünften Kauf aus. Das gilt allerdings nur für Häuser, nicht für Wohnungen. Die Verkaufszahlen neuer Eigentumswohnungen steigen stärker als die von gebrauchten.Einfamilienhäuser bleiben beliebt: Trotz steigender Preise gibt es keinen Trend zu kleineren Bauplätzen. Im Gegenteil: Der Marktanteil von Reihenhäusern und Doppelhaushälften unter den Eigenheimen war zuletzt mit knapp 23 Prozent so gering wie noch nie seit Beginn der Statistik 1990.Weniger Versteigerungen: Eine Zeitlang galten Zwangsversteigerungen als eine günstige Möglichkeit, ein Haus zu kaufen. Allerdings gab es im Vergleich zu den 2000ern und 2010ern einen deutlichen Rückgang dieser Auktionen. Das spricht dafür, dass sich weniger Menschen beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung finanziell übernommen haben. 

Steckt der Immobilienmarkt noch in der Krise?

Die Kurve zeigt wieder nach oben: Zwar lag die Zahl der Kaufverträge im vergangenen Jahr noch ebenso unter dem Wert von 2022 wie der insgesamt erzielte Umsatz von 25 Milliarden Euro. Allerdings stiegen die Werte seit dem Krisenjahr 2023 deutlich. Damals hatten viele Menschen vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der daraus folgenden Energiekrise vom Kauf einer Wohnung oder eines Hauses Abstand genommen, weil das Bauen deutlich teurer wurde und auch die Zinsen stiegen.

Wie bewertet die Landesregierung die Entwicklung?

Innenministerin Daniela Behrens blickt optimistisch auf den sich erholenden Immobilienmarkt. "Für mich ist das auch ein Zeichen, dass die Stimmung sich verbessert hat im Land, denn derjenige, der kauft, hat ein Zukunftsvertrauen, sonst würde er das nämlich nicht tun", sagte die SPD-Politikerin.

Bauminister Grant Hendrik Tonne, ebenfalls SPD, ergänzte: "Nach einer Phase der Zurückhaltung ist der Markt wieder spürbar in Bewegung." Vor allem im Bau von Geschosswohnungen gebe es einen deutlichen Schub. "Das markiert einen echten Paradigmenwechsel in der Flächennutzung – weg von großflächigen Einfamilienhausgebieten, hin zu Nachverdichtung." Das entspreche der Nachfrage, da es angesichts des demografischen Wandels vor allem kompakte, barrierearme und zentrumsnahe Wohnungen brauche.

dpa