Klartext der Ex-Kapitänin
"Kampf und Disziplin": Popp-Kritik an Spielweise der DFB-Elf

Kritik Nationalteam und Nachwuchsarbeit: Ex-Kapitänin Alexandra Popp. (Archivbild) Foto: Marius Becker/dpa
Kritik Nationalteam und Nachwuchsarbeit: Ex-Kapitänin Alexandra Popp. (Archivbild) Foto
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Was muss passieren, damit die deutschen Fußballerinnen besser spielen? Alexandra Popp nimmt den Verband in die Pflicht und scheut auch keine klaren Worte zu ihrem eigenen Verein.

Alexandra Popp hat die Nachwuchsarbeit im deutschen Frauenfußball und als Folge daraus auch die Leistungen des Nationalteams kritisiert. "In den letzten Jahren haben wir uns zu stark auf althergebrachte Tugenden zurückgezogen. Wir haben uns in Spiele reingebissen und über Kampf und Disziplin Partien für uns entschieden", sagte die frühere Kapitänin der DFB-Auswahl in einem "11Freunde"-Interview. "Aber schönen, qualitativ hochwertigen Fußball haben wir mit der Nationalelf zuletzt nicht angeboten. Da müssen wir wieder hin."

"Nachwuchsausbildung mehr fördern"

Die 35-Jährige verlässt zum Saisonende nach 14 Jahren den VfL Wolfsburg und wechselt zum Zweitliga-Aufstiegskandidaten Borussia Dortmund. Popp hatte schon immer für die Weiterentwicklung ihres Sports gekämpft und scheute dabei keine öffentliche Kritik. "Die Vereine und der Verband müssen enger zusammenarbeiten und die Nachwuchsausbildung mehr fördern und intensivieren. Dann würde die Nationalelf auch wieder besseren Fußball spielen", sagte sie nun. 

Die Auswahl von Bundestrainer Christian Wück erreichte zwar im vergangenen Jahr das EM-Halbfinale und das Nations-League-Finale, zeigte aber zuletzt wenig spielerische Weiterentwicklung. 

"Verband hat sich zu sehr ausgeruht" 

Sie sei nicht so tief drin in der Nachwuchsarbeit, um sich ein abschließendes Urteil erlauben zu können, so Popp. "Mein Eindruck ist aber, dass es nicht mehr die zwei, drei Talente aus jedem Nachwuchsjahrgang gibt, bei denen man erkennt: Die haben das Zeug für die Nationalelf."  

Beim DFB sei es ähnlich wie beim VfL, so die Olympiasiegerin von 2016 und 145-fache Nationalspielerin: "Der Verband hat sich zu sehr auf den Erfolgen ausgeruht und zu wenig in die Jugendförderung investiert."

Popp von Vormachtstellung des FC Bayern genervt

Die Vormachtstellung des FC Bayern, der am Mittwoch zum vierten Mal in Serie bei den Frauen Meister geworden ist, nervt Popp "total": "Natürlich habe ich kritisch verfolgt, wie sich die Dinge beim VfL in den letzten Jahren entwickelt haben. Insbesondere was unsere Infrastruktur betrifft, hätten die Schritte größer sein können, wenn wir mit Bayern oder auch der europäischen Spitze hätten mithalten wollen."

dpa