Sturmflutsaison fast vorbei
Kaum Schäden – Küste und Inseln trotzen Sturmfluten

Anfang Oktober sorgte eine Sturmflut etwa in Ditzum für Land unter. (Archivbild) Foto: Lars Penning/dpa
Anfang Oktober sorgte eine Sturmflut etwa in Ditzum für Land unter. (Archivbild) Foto
© Lars Penning/dpa
Acht leichte Sturmfluten haben die Küste im Winter getroffen, doch größere Sandverluste blieben auf den Ostfriesischen Inseln aus. In den Inselschutz will Niedersachsen trotzdem viel Geld investieren.

Die aktuelle Sturmflutsaison ist an der niedersächsischen Nordseeküste bislang vergleichsweise glimpflich verlaufen. Gemessen am Pegel Norderney habe es seit Oktober bislang acht leichte Sturmfluten gegeben, teilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden (Landkreis Aurich) auf Anfrage mit. "Schwere oder gar sehr schwere Sturmfluten traten in dieser Saison soweit nicht auf", teilte eine NLWKN-Sprecherin mit. Größere Schäden sind dementsprechend nicht bekannt. Die Sturmflutsaison dauert in der Regel bis Ende März. 

Wie aus Daten des Sturmflutwarndienstes hervorgeht, sind die acht registrierten Sturmfluten insgesamt drei Winterstürmen zuzuordnen. Demnach ereigneten sich je drei Sturmtiden Anfang und Ende Oktober. Zu zwei weiteren Sturmfluten kam es gleich zu Beginn des Jahres 2026.

Zweite ruhige Saison infolge

Damit war die Sturmflutsaison 2025/2026 den Behörden-Angaben zufolge ähnlich ruhig wie schon die Vorsaison 2024/2025. Damals sei die Zahl der leichten Sturmfluten noch etwas niedriger gewesen, teilte die NLWKN-Sprecherin mit. "Beide Herbst/Winterzeiten sind hinsichtlich der Sturmflutaktivität eher als ruhig zu bezeichnen." 

Leichte Sturmfluten gibt es der NLWKN-Statistik zufolge an der niedersächsischen Küste im langjährigen Schnitt bis zu zehn Mal im Jahr, zu einer schweren Sturmflut kommt es einmal in zwei Jahren. Eine sehr schwere Sturmflut tritt statistisch gesehen einmal in 20 Jahren ein. Wie häufig tatsächlich leichte, schwere und sehr schwere Sturmfluten über Jahre und Jahrzehnte hinweg auftreten ist dabei laut den NLWKN-Experten sehr variabel.

Um Sturmfluten zu kategorisieren, nutzt die Landesbehörde eine andere Definition als etwa das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Der NLWKN zieht dafür eine Norm zur statistischen langjährigen Eintrittshäufigkeit von Sturmfluten an verschiedenen Pegeln heran. Für jeden Pegel gelten eigene Sturmflutmarken. Die Grenze zur leichten Sturmflut liegt demnach beispielsweise auf den Ostfriesischen Inseln bei 89 bis 93 Zentimetern Wasserstandserhöhung über dem mittleren Hochwasser.

Was die Sturmfluten für die Inseln bedeuten

Bislang seien wegen der vergleichsweisen geringen Zahl und Höhe der zurückliegenden Sturmfluten keine so großen Sandverluste an den Inseln zu verzeichnen, dass Küstenschutzmaßnahmen erforderlich seien, teilte der NLWKN weiter mit. Mancherorts muss zu touristischen Zwecken dennoch fehlender Sand für Badestrände aufgefahren werden – etwa auf Wangerooge. 

Allerdings plant der Küstenschutz auch in diesem Sommerhalbjahr Investitionen in den Inselschutz. Von den insgesamt für 2026 von Bund und Land bereitgestellten 82 Millionen Euro Küstenschutzmitteln sollen sechs Millionen Euro in 24 Maßnahmen auf den Ostfriesischen Inseln fließen: Zum Beispiel sollen Deichscharte und Buhnen ertüchtigt, Schutzdünen gesichert und Inseldeiche verstärkt werden, wie aus einer Auflistung des Umweltministeriums hervorgeht.

dpa