Mit KI-gestützten Kameras und Assistenzsystemen in Bussen und Bahnen will die CDU den öffentlichen Nahverkehr in Hamburg sicherer machen. Künstliche Intelligenz könne in Übereinstimmung mit dem Datenschutz helfen, Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten, sagte der Digitalexperte der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Sascha Greshake, der Deutschen Presse-Agentur.
Ein entsprechender Antrag seiner Fraktion soll bei der nächsten Bürgerschaftssitzung Anfang April beraten werden.
Pilotprojekt in ausgewählten Bussen und U-Bahnen
Darin wird der rot-grüne Senat aufgefordert, gemeinsam mit den im HVV organisierten Verkehrsunternehmen "die Einführung eines KI-gestützten, datenschutzkonformen Assistenzsystems zur Echtzeiterkennung von Bedrohungs- und Gewaltsituationen in Fahrzeugen des Hamburger ÖPNV zu prüfen". Außerdem solle zeitnah ein Pilotprojekt in ausgewählten U-Bahnen und Bussen starten.
Entsprechende Technik wird von der Hamburger Polizei bereits am Hansaplatz in St. Georg und auf dem Hachmannplatz am Hauptbahnhof eingesetzt.
"Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit für alle Nutzer", sagte Greshake. "Wer täglich Bus und Bahn nutzt, muss sich darauf verlassen können, sicher zu sein und ohne Angst zu fahren."
300 Übergriffe auf ÖPNV-Mitarbeiter in Hamburg
Mehr als 300 Übergriffe auf Mitarbeiter des Hamburger ÖPNV im vergangenen Jahr, über 7.300 Verstöße gegen das Alkoholverbot und deutlich über 30.000 Fahrgastbeschwerden zeigten, "dass die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichen".
In dem Antrag verweist die CDU auch auf den tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz Anfang Februar, der die Frage der Sicherheit im Bahnverkehr "in erschütternder Weise bundesweit ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt" habe.
Mehr Personal reicht laut CDU nicht
Allein mit mehr Sicherheitspersonal sei die Herausforderung nicht lösen, sagte Greshake. "Es gilt jetzt, technologische Möglichkeiten verantwortungsvoll zu nutzen." Datenschutzkonforme KI könne helfen, Gefahren frühzeitig zu erkennen, ohne die Privatsphäre zu verletzen. "Trainierte KI-Assistenzsystem würden dabei sofort dem Fahrpersonal eine Gefahr signalisieren, damit dieses eine sofortige Gegenmaßnahme einleiten kann. Zeitgleich wird die entsprechende Leitstelle informiert."
KI-Lösungen im ÖPNV seien kein Instrument der Überwachung, sondern ein Werkzeug der Prävention, betonte der CDU-Abgeordnete. Innovation und Datenschutz dürften kein Widerspruch sein. "Vielmehr kann sie gemeinsam die Grundlage moderner und vor allem sicherer Mobilität bilden."