Die Wirtschaftsleistung in Nordrhein-Westfalen hat im vergangenen Jahr leicht zugenommen und damit die Erwartungen von Experten übertroffen. Nach vorläufigen Berechnungen sei das Bruttoinlandsprodukt in NRW preisbereinigt um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, teilte das Statistische Landesamt in Düsseldorf mit. 2023 und 2024 war die Wirtschaftsleistung jeweils gesunken. Preisbereinigt bedeutet, dass Preissteigerungen, also die Inflation, aus den Daten herausgerechnet wurden.
Der Anstieg der Wirtschaftsleistung in NRW fiel damit 2025 höher aus als im Bundesdurchschnitt, wo er bei 0,2 Prozent lag. Noch im Februar gingen Konjunkturforscher des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung davon aus, dass die Wirtschaftsleistung 2025 stagniert hatte, also im Jahresvergleich weder ab- noch zugenommen hatte.
Produzierendes Gewerbe mit 1,3 Prozent weniger Wirtschaftsleistung
Wachstumsimpulse aus den Dienstleistungsbereichen hätten Einbußen in der Industrie abgefedert, berichteten die Statistiker. So sei die sogenannte Bruttowertschöpfung im Produzierenden Gewerbe preisbereinigt insgesamt um 1,3 Prozent gesunken. Zu diesem Wirtschaftsbereich zählt die Industrie, also zum Beispiel Maschinenbau, Chemie oder Nahrungsmittelproduktion. Sie verzeichnete einen Rückgang von 1,6 Prozent. Noch stärker war mit minus 2,0 Prozent der Rückgang im Baugewerbe. Auf das Produzierende Gewerbe entfiel 2025 knapp ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung von NRW.
Knapp drei Viertel der Leistung verbuchte der Dienstleistungssektor. Hier gab es ein preisbereinigtes Plus von 0,7 Prozent. Der Bereich "Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit, private Haushalte mit Hauspersonal" legte in diesem Sektor mit einem Plus von 1,1 Prozent am stärksten zu. Hierzu zählen etwa die öffentliche Verwaltung, die Sozialversicherungen und das Gesundheitswesen.
Wie wird sich die Wertschöpfung 2026 entwickeln?
Im Februar vor Beginn des Irankriegs hatte das RWI für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 0,9 Prozent für NRW gerechnet. Vor gut zwei Wochen korrigierte das Institut seine Wachstumsprognose für Gesamtdeutschland vor allem wegen der stark angestiegenen Energiepreise infolge des Kriegs von 1,0 auf 0,9 Prozent nach unten. Gleichzeitig sprachen die Konjunkturforscher aber von "erheblichen Unsicherheiten" dieser Prognose aufgrund des ungewissen Kriegsverlaufs.