Landgericht
Belastete Böden illegal entsorgt? Prozessauftakt in Dortmund

Der Angeklagte wurde im Herbst 2025 festgenommen. Foto: Bernd Thissen/dpa
Der Angeklagte wurde im Herbst 2025 festgenommen. Foto
© Bernd Thissen/dpa
Umfangreiche Ermittlungen sollen im Herbst 2025 einen Umweltskandal aufgedeckt haben. Jahrelang wurden in NRW angeblich belastete Böden illegal entsorgt. Jetzt hat ein erster Prozess begonnen.

Ein Geschäftsmann aus Unna soll über Jahre hinweg dafür gesorgt haben, dass in Nordrhein-Westfalen tonnenweise belastetes Bodenmaterial illegal entsorgt wurde. Seit Dienstag muss sich der 63-Jährige unter anderem wegen Umweltdelikten und Betruges vor dem Dortmunder Landgericht verantworten.

Anlage in Bottrop

Laut Anklage soll der Geschäftsmann in Bottrop eine Anlage für den Umschlag von Bodenmaterial betrieben haben, für die es bei der Aufnahme der Geschäftstätigkeit noch keine Genehmigung gab. Darüber hinaus sollen unter anderem rund 23.000 Tonnen belastetes Bodenmaterial aus Dortmund illegal in einem Tagebau in Kamp-Lintfort entsorgt worden sein.

Die Auftraggeber sollen jeweils hohe Entsorgungskosten bezahlt haben, weil sie annahmen, dass der Betrieb des 63-Jährigen alles korrekt durchführen würde. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die nun noch erforderlichen tatsächlichen Entsorgungsleistungen weitere Millionen kosten werden.

Bargeld und Gold sichergestellt

Der Angeklagte wurde im Oktober 2025 nach umfangreichen Ermittlungen festgenommen. In einem von ihm genutzten Auto sollen dabei 120.000 Euro Bargeld und 200 Gramm Gold gefunden worden sein.

Das Dortmunder Landgericht hat bereits jetzt Verhandlungstage bis Mitte Juni angesetzt.

dpa