Polizeibehörde
Vorwürfe gegen Polizisten: Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft sieht gegen mehrere Beschuldigte einen Anfangsverdacht für Straftaten. (Symbolbild) Foto: Friso Gentsch/d
Die Staatsanwaltschaft sieht gegen mehrere Beschuldigte einen Anfangsverdacht für Straftaten. (Symbolbild) Foto
© Friso Gentsch/dpa

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In Mönchengladbach wird drei Polizisten mit Leitungsaufgaben unter anderem Mobbing vorgeworfen. Sie wurden vorläufig suspendiert. Die Staatsanwaltschaft sieht einen Anfangsverdacht für Straftaten.

Im Fall des mutmaßlichen Fehlverhaltens von Polizeibeamten in Mönchengladbach hat die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. "Gegen mehrere Beschuldigte liegt ein Anfangsverdacht für Straftaten vor", sagte Staatsanwalt Florian Scheffel von der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die weiteren Ermittlungen würden aus Neutralitätsgründen durch die Polizei Aachen geführt. Um welche möglichen Straftatbestände es im Einzelnen geht, sagte Scheffel nicht. Bei den Beschuldigten handele es sich um Männer. 

Polizei: "Grenzüberschreitendes Führungsverhalten"

Die Polizei Mönchengladbach hatte zuvor mitgeteilt, dass nach Bekanntwerden "schwerwiegender Vorwürfe" drei Führungskräften einer Dienstgruppe vorläufig untersagt wurde, die Dienstgeschäfte fortzuführen. "Der Sachverhalt umfasst nach derzeitigem Stand Vorwürfe wegen grenzüberschreitenden Führungs- und Umgangsverhaltens, Mobbing, sexualisierter Sprache und Fehlverhaltens, gegenüber Polizeibeamtinnen und -beamten", teilte die Polizei mit.

Auch disziplinarrechtliche Maßnahmen seien eingeleitet worden. Um den Dienstbetrieb aufrechtzuerhalten, seien die Dienstgruppen neu strukturiert worden. Zuvor hatte die "Rheinische Post" über den Fall berichtet.

Vorwürfe liegen teilweise schon Jahre zurück

Die Vorwürfe sollen laut Polizei teilweise mehrere Jahre zurückliegen. Die Betroffenen seien zwischen 20 und 40 Jahren alt, sagte die Polizeisprecherin. Wie viele es genau sind, sagte sie nicht.

Eine Polizeisprecherin bestätigte Informationen der Zeitung, wonach noch gegen weitere Polizeibeamte der 18-köpfigen Dienstgruppe Vorwürfe im Raum stünden. Diese seien aber nicht suspendiert worden. Wie viele Beamte dies seien, wurde nicht bekannt.

Polizeipräsident sieht Werteverstoß

Die Vorwürfe gegen die drei Führungskräfte waren laut der Mitteilung Mitte vergangener Woche, also etwa Mitte April, im Polizeipräsidium Mönchengladbach bekannt geworden. Öffentlich wurden sie rund zehn Tage später.

"Das vorgeworfene Verhalten widerspricht in jeder Hinsicht den Werten der Polizei Nordrhein-Westfalen und wird im Polizeipräsidium Mönchengladbach nicht geduldet", hieß es in der Mitteilung. Polizeipräsident Stephan Zenker habe hierzu auch intern klar Stellung bezogen.

dpa