Erzieherinnen und Erzieher haben erneut gegen die von der schwarz-grünen Landesregierung geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) protestiert. Vor dem Landtagsgebäude versammelten sich am Freitag Beschäftigte aus Kindertageseinrichtungen. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nahmen rund 300 Menschen an der Protestaktion teil. Auch SPD-Oppositionsführer Jochen Ott kam auf die Bühne und unterstützte die Demonstranten.
Die neue Kinder- und Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) brachte den umstrittenen Gesetzentwurf kurz darauf in den Landtag ein. Ihre Vorgängerin Josefine Paul war am Dienstag zurückgetreten. Schäffer sagte den Beschäftigten in Kitas Dialogbereitschaft zu.
Hauptkritikpunkt der Gegner ist ein Kernzeiten-Modell, wonach der Einsatz qualifizierter Erzieher in den Kitas künftig auf fünf Stunden konzentriert werden kann. Bei anderen Punkten war das Land den Kritikern nach massiven Protesten – vor allem aus Reihen der freien Träger und Gewerkschaften – bereits entgegengekommen und hatte ihren Entwurf entschärft.