Schlussabrechnung liegt vor
128.000 Euro: Kritik an Kosten für Wüsts Adventskonzert

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte im Dezember zum traditionellen Adventskonzert geladen (Archivbild) Foto: Rolf Vennenb
Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte im Dezember zum traditionellen Adventskonzert geladen (Archivbild) Foto
© Rolf Vennenbernd/dpa

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Es gab viel Wirbel um das teure Adventskonzert von Markus Söder (CSU). Jetzt kommt raus: Das Konzert von Gastgeber Hendrik Wüst (CDU) kostete fast genauso viel. Die FDP sieht das kritisch.

Die FDP kritisiert die Kosten für das Adventskonzert der nordrhein-westfälischen Landesregierung um Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) im vergangenen Dezember. Laut Staatskanzlei beträgt die inzwischen vorliegende Endabrechnung 128.682,50 Euro. "In Zeiten trauriger Rekordschulden sollte die Landesregierung selbst mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Ausgaben auf den Prüfstand stellen", sagte dazu der FDP-Haushaltsexperte Ralf Witzel.

Im Februar hatte es Aufsehen um die Kosten für das Adventskonzert der bayerischen Landesregierung gegeben, zu dem Ministerpräsident Markus Söder (CSU) unter anderem Florian Silbereisen eingeladen hatte. Wie eine Anfrage der Grünen im bayerischen Landtag ergeben hatte, lagen die Kosten bei 130.000 Euro. Die Grünen - in Bayern in der Opposition - hatten das kritisiert.

80 Prozent der Kosten für Künstler

Tatsächlich war das Konzert der schwarz-grünen NRW-Regierung fast genauso teuer wie das bei Söder. Wie ein Sprecher der Staatskanzlei in Düsseldorf sagte, waren die Kosten für das Konzert am 13. Dezember in der Viersener St. Cornelius-Kirche in etwa genauso hoch wie 2024 und 2023. "Die Kosten für das künstlerische Programm machen etwas mehr als 80 Prozent der Gesamtkosten aus", so der Sprecher. Dazu kämen organisatorische Kosten.

Der FDP-Abgeordnete Witzel sagte mit Blick auf den Landeshaushalt: "Insbesondere bei der eigenen Repräsentation gibt es noch viel Sparpotential. Hohe Ausgaben für einen nur kleinen exklusiven Gästekreis passen angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Probleme unseres Landes nicht mehr in die heutige Zeit."

Laut Staatskanzlei waren in der Kirche rund 500 Gäste anwesend. Bundesweit hätten 619.000 Menschen "die Liveübertragung im WDR-Fernsehen und zudem auch im WDR-Radio verfolgt". Vor der Kirche sei das Konzert auf einer Großbildleinwand mit mehreren hundert Zuschauern übertragen worden.

dpa