Werben um Firmen Düsseldorfer Messe kurbelt ihr Arabien-Geschäft an

Vergangenes Jahr waren die Geschäfte eher mäßig, dieses Jahr soll es wieder aufwärtsgehen für die Düsseldorfer Messe. Foto: Wolf
Vergangenes Jahr waren die Geschäfte eher mäßig, dieses Jahr soll es wieder aufwärtsgehen für die Düsseldorfer Messe. Foto
© Wolf von Dewitz/dpa
Düsseldorf hat eine der größten deutschen Messen. Auch auf internationalem Parkett mischt die Messegesellschaft gut mit. Doch die Jahreszahlen fallen ernüchternd aus. 2026 soll es besser werden.

Dank eines verstärkten Geschäfts mit Rüstungsfirmen, neuer Veranstaltungen im arabischen Raum und großer Messe-Besuchermagneten rechnet die Düsseldorfer Messe erstmals seit längerem wieder mit besseren Geschäften. Der Umsatz werde dieses Jahr voraussichtlich bei knapp 420 Millionen Euro liegen und der Gewinn bei ungefähr 40 Millionen Euro, sagte der Finanzchef der Messe, Bernhard Stempfle in der Landeshauptstadt. 

2025 war der Umsatz der Messe Düsseldorf GmbH um 24 Millionen auf 342 Millionen Euro gesunken, der Gewinn sackte von rund 67 Millionen auf 29 Millionen ab. 2023 hatte er noch 87 Millionen Euro betragen. Laut Stempfle lag der Rückgang im vergangenen Jahr vor allem an einem Sondereffekt, der sich aus dem Kauf einer Firma ergeben hatte. Düsseldorf hat hinter Hannover, Frankfurt und Köln die viertgrößte Messe in Deutschland, dies gemessen an der Ausstellungsfläche in den Hallen. 

Jahreszahlen von Messegesellschaften sind nur bedingt miteinander vergleichbar, da Kalendereffekte eine große Rolle spielen: Wichtige Messen finden nicht jedes Jahr, sondern nur alle zwei oder drei Jahre statt - dementsprechend ist der Umsatz mal höher und mal niedriger. Dieses Jahr gehört die Verpackungsmesse Interpack zu den Wachstumtreibern, die findet nur alle drei Jahre statt. 2027 erwartet der Manager wiederum ein "richtig schwaches Jahr", da einige Messen mit Mehrjahres-Rhythmus dann eben nicht stattfinden.

Im vergangenen Jahr veranstaltete das Unternehmen 81 Messen, von denen 26 in der NRW-Landeshauptstadt waren. Das Ausland wird in diesem Jahr wichtiger, wobei vor allem die arabische Halbinsel an Bedeutung gewinnt für die Düsseldorfer Messegesellschaft: Dieses Jahr veranstaltet sie dort sechs neue Formate, darunter eine Verpackungsmesse in Riad (Saudi-Arabien) und eine Handelsgüter-Messe in Dubai. 

Blick nach Arabien

Auf der Arabischen Halbinsel sieht Messechef Wolfram Diener beachtliches Wachstumspotenzial für seine Firma. Mit Blick auf die dortigen Staaten sagte er: "Das sind noch keine satuierten Märkte und da haben Sie als "New Kid on the Block" noch eine relativ große Chance, Ihr Territorium abstecken zu können." Es gibt zwar noch andere große Märkte auf der Welt. "Aber da sind die Schäfchen verteilt und man muss mit einem unglaublich großen Aufwand dafür sorgen, dass man seines Teil des Kuchens bekommt – das ist in arabischen Märkten noch relativ einfach."

Große Hoffnungen hat Diener auch bezüglich der Robotik-Messe Xponential, die im März in Düsseldorf stattfindet und erstmals das Themenfeld Verteidigung beinhaltet. Hierbei soll es schwerpunktmäßig um Drohnen gehen. 

Auf die Frage, warum die Firma aus der Veranstaltung keine reine Rüstungsmesse mache, sagte Diener, dafür habe der Rückenwind aus dem Bundesverteidigungsministerium gefehlt. "Natürlich sehe ich den Marktbedarf, aber wir haben Wettbewerber im Ausland, die machen das seit Jahrzehnten - Du musst eben sehen, ob Du sofort in die Offensive gehst und eine Chance hast, mit einer breit aufgestellten Verteidigungsmesse."

dpa

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