Zum Tag des deutschen Bieres
Alkoholfreies Bier wird immer beliebter

Alkoholfreies Bier wird immer beliebter. (Symbolbild) Foto: Christophe Gateau/dpa
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NRW gehört zu den Hochburgen der Bierproduktion in Deutschland. Mehrere Großbrauereien haben hier ihren Sitz. Der Konsum verändert sich. Es wird weniger Alkohol getrunken. Die Brauer reagieren darauf.

Alkoholfreies Bier wird für die Brauereien in NRW als Wachstumschance im schrumpfenden Biermarkt immer wichtiger. Es kann aber trotz Rekordhochs den Rückgang bei alkoholhaltigem Bier nicht ausgleichen. Das geht aus Daten des Statistischen Landesamtes für 2025 hervor. 

Der Absatz der alkoholfreien Biere der NRW-Brauereien stieg 2025 auf den neuen Höchstwert von rund 1,3 Millionen Hektolitern. Das sind 123.000 Hektoliter oder gut 10 Prozent mehr, als im Vorjahr. Der Absatz der alkoholhaltigen Biere schrumpfte um 636.000 Hektoliter beziehungsweise 4,1 Prozent auf 15 Millionen Hektoliter. 

NRW ist großer Bierproduzent 

Mehr als jedes fünfte Bier in Deutschland wird von den Brauereien in NRW gebraut. Bei alkoholhaltigem Bier stieg der Anteil der Bierhersteller in NRW am Gesamtabsatz auf 22 Prozent und bei alkoholfreiem Bier auf 21,6 Prozent. Die Statistiker veröffentlichten die Daten zum Tag des Deutschen Bieres (23. April). 

Mehrere Großbrauereien in einer Region

Der Regierungsbezirk Arnsberg ist die NRW-Bierhochburg. Hier werden nach dem Ranking des Getränkemarktfachmagazins "Inside" mit Krombacher und Veltins die beiden meist getrunkenen Biermarken in Deutschland produziert. Laut Statistik werden hier 90 Prozent der alkoholfreien NRW-Biere hergestellt. 

Brauer steuern gegen 

Großbrauer Krombacher hatte 2025 mit Alkoholfrei-Varianten seinen Bierabsatz stabil gehalten, wie das Unternehmen mitteilte. Veltins verkaufte sogar so viel Bier wie noch nie. Zur Bierhochburg im Regierungsbezirk Arnsberg gehört auch die Großbrauerei der Haus Cramer Gruppe in Warstein. Warsteiner steht im "Inside"-Ranking der meist getrunkenen Biermarken auf Platz 6. 

Die Brauwirtschaft befinde sich in einer Krise, hatte der Vorsitzende des Brauereiverbandes NRW, Michael Hollmann, zum "katastrophalen Jahr" 2025 im Februar erklärt. Einzelne Brauer hätten zweistellige Minuszahlen verzeichnet. Es werde weniger Alkohol getrunken. Die verstärkte Produktion alkoholfreier Biere sei eine Reaktion der Brauer darauf. Zudem sei die Konsumstimmung schlecht: In der Kneipe werde das zweite Bier oft nicht mehr getrunken.

dpa