Notfallversorgung Hilfe aus der Luft - jetzt auch nachts

"Christoph 77" fliegt rund um die Uhr Rettungseinsätze. Foto: Boris Roessler/dpa
"Christoph 77" fliegt rund um die Uhr Rettungseinsätze. Foto
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Einer von fünf Rettungshubschraubern in Rheinland-Pfalz kann nun auch nachts alarmiert werden. Die ersten Einsätze ist er schon geflogen.

Der in Mainz stationierte Rettungshubschrauber "Christoph 77" ist seit Jahresbeginn rund um die Uhr im Einsatz - und nicht mehr nur bis 22 Uhr. Dreimal sei er in den Nachtstunden bereits im Einsatz gewesen, sagte der Geschäftsführer der ADAC Luftrettung GmbH, Frédéric Bruder, am sechsten Tag der neuen Regelung in Mainz. "Mit der Ausweitung des Flugbetriebs stärken wir eine moderne Notfall- und Intensivmedizin", sagte Innenminister Michael Ebling (SPD).

Reaktion auf veränderte Krankenhauslandschaft

Die Landesregierung reagiere damit auch auf eine veränderte Krankenhauslandschaft mit längeren Wegen und mehr spezialisierten Kliniken. "Gerade bei zeitkritischen Krankheitsbildern kann die Luftrettung nachts entscheidende Zeitgewinne ermöglichen", sagte Ebling. Dies seien neben Unfallverletzungen vor allem Schlaganfälle, bestimmte Herzinfarkte, Schädel-Hirn-Traumata und Verbrennungen.

Nach dem ersten Halbjahr solle analysiert werden, ob auch an einem anderen der insgesamt fünf Standorte - wie etwa in der Pfalz - ein Rettungshubschrauber rund um die Uhr im Einsatz sein wird. Grundlage für die Ausweitung der Flugzeiten von "Christoph 77" in Mainz seien die Einsatzdaten in den Nachtstunden 2024 gewesen: Rund 400 Einsätze über eine Entfernung von mehr als jeweils 35 Kilometern.

CDU will deutliche Ausweitung der Rettungszeiten

Ein einziger Rettungshubschrauber werde nicht reichen, um die große Fläche von Rheinland-Pfalz abzudecken und die ländlichen Gebiete schnell zu versorgen, kritisierte Oppositionsführer Gordon Schnieder (CDU). "Deshalb sollte die Einsatzzeiten aller Hubschrauber-Standorte flexibel an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden." 

Bruder vom ADAC sagte dagegen, Rheinland-Pfalz falle innerhalb der 14 Bundesländer mit ADAC-Luftrettung besonders positiv aus, weil die Landesregierung nicht einfach auf immer mehr setze, sondern den Bedarf genau analysiere und darauf reagiere. Zudem hole sie die Krankenkassen als Kostenträger von Anfang an mit ins Boot.

dpa

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